Kategorie-Archiv: Eindeutiges Plagiat

Seite 109

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 109, Zeilen: 07-09, 103-105
 
Fundstelle:
Seite(n): 044; 045, Zeilen: 115-117; 01-03, 101
 
Menschliche Triebe sind immer schon personifiziert, d.h. alle Triebhaftigkeit ist beim Menschen immer schon von einer geistigen Stellungnahme überformt. [FN 2]


[[FN 1] Frankl,Viktor E.: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. S. 99.]

[FN 2] ders.: Grundriß der Existenzanalyse und Logotherapie. In: ders. u.a. (Hrsg.): Handbuch der Neurosenlehre und Psychotherapie. Bd. III. S. 683.

[Seite 45, Z. 1-3]

Alle Triebhaftigkeit ist beim Menschen immer bereits von einer geistigen Stellungnahme überformt. Triebe sind immer schon personifiziert[FN 115].


[Seite 44, Z. 115-117]

[FN 114] V. E. Frankl, Grundriß der Existenzanalyse und Logotherapie, in: Handbuch der Neurosenlehre und Psychotherapie (Hrsg. V. E. Frankl u. a.), München 1959, Bd. III, S. 683.

[Seite 45, Z. 101]

[FN 115] Vgl. a. a. O., S. 683.



Anmerkung
Die Verfasserin übernimmt Aussagen von Nowak (1978) mitsamt einer Literaturreferenz. Bei Frankl (1959) finden sich diese allerdings auf S. 681 und nicht auf S. 683; auch heißt es dort, dass Triebe „immer schon personiert“ seien (Hervorhebung im Original), was ein Unterschied ist. Die Verfasserin gibt hier also vor, Frankl zu rezipieren, der ihr jedoch ganz offenbar überhaupt nicht vorliegt.
 

 


 

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 109, Zeilen: 16-18
 
Fundstelle:
Seite(n): 092, Zeilen: 34-35
 
So sind die Suche nach Sinn und die Bindung an Werte aus der Selbsttranszendenz menschlicher Existenz zu verstehen […]. Wert und Sinn sind also nur aus der Selbsttranszendenz menschlicher Existenz zu verstehen.


Anmerkung
Trotz deutlicher Anlehnung an Nowak (1978) wird dieser nicht als Quelle des Gedankens genannt.
 
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Seite 225

Typus
Bauernopfer
Quelle
Auer 1977
Dissertation:
Seite: 225, Zeilen: 04-22, 103-112
 
Fundstelle:
Seite(n): 064; 065; 074, Zeilen: (S. 64) linke Spalte 27-32, 40-46; rechte Spalte 01-05, 38-46; (S. 65) linke Spalte 01-10; (S. 74) rechte Spalte 03-15
 
Die Vertreter einer Glaubensethik [FN 2] gehen davon aus, daß christliche Sittlichkeit nicht autonom ist, sondern aus dem Glauben entwickelt werden muß. Soweit nicht explizit vorhanden, müssen danach konkrete ethische Normen durch Ableitung oder Anwendung von der christlichen Botschaft her entwickelt werden. Je nach Ausformung der Denkansätze beziehen sich die Glaubensethiker auf die Bibel, die Tradition oder das Lehramt. In der Beschreibung des „christlichen Sinnhorizontes“ finden sie allgemeine Zustimmung. Strittig werden ihre Thesen dort, wo es um die Methoden der Normenfindung geht.
Ein Beispiel für die Argumentation der Glaubensethiker ist die folgende Aussage von Hans Urs von Balthasar: „Die konkrete Existenz Christi – sein Leben, Leiden, Sterben und endgültig leiblich Auferstehen – hebt alle übrigen Systeme ethischer Normierung in sich auf; sittliches Handeln von Christen hat sich im letzten nur vor dieser Norm zu verantworten. Die in der Person Christi vollbrachte Synthese des gesamten Willens des Vaters ist eschatologisch und unüberbietbar, deshalb a priori universal normativ.“ [FN 3]


[FN 2] vgl. dazu u.a.:
Stöckle,Bernhard: Autonome Moral. In: Stimmen der Zeit. 98 (1973). S. 723 – 736.
ders.: Grenzen der autonomen Moral. München 1974.
ders.(Hrsg.): Wörterbuch christlicher Ethik. Freiburg 1975.
Ratzinger,Josef )Hrsg.): Prinzipien christlicher Moral. Einsiedeln 1976 (mit Beiträgen von Heinz Schürmann und Hans Urs von Balthasar).
Scheffczyk,Leo: Die Theologie und das Ethos der Wissenschaften. In: Münchener Theologische Zeitschrift. 25 (1974). S.336-358.

[[FN 3] Balthasar,Hans Urs von: Neun Sätze zur christlichen Ethik. In: Ratzinger,Josef (Hrsg.): a.a.O. S. 67-93. hier: S.74.]

[Seite 64, li. Sp., Z. 27-32]

Die Vertreter einer Glaubensethik [EN 7] verbinden mit dem Begriff der Autonomie […] die Leugnung eines weltüberlegenen Gottes.

[Seite 64, li. Sp., Z. 40-46]

Jedenfalls kann nach ihrer Auffassung christliche Sittlichkeit nicht autonom, sondern muß aus dem Glauben entwickelt werden. Von der christlichen Botschaft her müssen durch Ableitung oder Anwendung oder wie immer sonst konkrete ethische Normen entwickelt werden,

[Seite 64, re. Sp., Z. 1-5]

soweit sie nicht darin explizit enthalten sind. Die Glaubensethik stellt sich in verschiedenen Ausformungen dar, je nachdem sie sich hauptsächlich auf die Bibel, auf die Tradition oder auf das Lehramt beruft.

[Seite 64, re. Sp., Z. 38-46]

Sie sagen Beachtliches aus zur Bestimmung des „christlichen Sinnhorizonts“ und können insoweit der allgemeinen Zustimmung gewiß sein. Aber ihre Thesen werden schwierig, wenn sie […] eine bestimmte Meinung über Normenfindung insinuieren – so etwa, wenn H. Urs von Balthasar schreibt:

[Seite 65, li. Sp., Z. 1-10]

„Die konkrete Existenz Christi – sein Leben, Leiden, Sterben und endgültig leiblich Auferstehen – hebt alle übrigen Systeme ethischer Normierung in sich auf; sittliches Handeln von Christen hat sich im letzten nur vor dieser Norm zu verantworten … Die in der Person Christi vollbrachte Synthese des gesamten Willens des Vaters ist eschatologisch und unüberbietbar, deshalb a priori universal normativ.“[EN 9]


[Seite 74, re. Sp., Z. 3-15]

[EN 7] B. Stöckle, Autonome Moral. Kritische Befragung des Versuchs zur Verselbständigung des Ethischen, in: Stimmen der Zeit 98 (1973) 723-736; ders., Grenzen der autonomen Moral, München 1974; ders. (Hrsg.), Wörterbuch christlicher Ethik (Herderbücherei 533) Freiburg 1975; […] J. Ratzinger (Hrsg.), Prinzipien christlicher Moral, Einsiedeln 1976 (mit Beiträgen von H. Schürmann und H. Urs von Balthasar); L. Scheffczyk, Die Theologie und das Ethos der Wissenschaften, in: Münchener Theol. Zeitschrift 25 (1974) 336-358; […]

[[EN 9] In: J. Ratzinger, Prinzipien christlicher Moral 74.]



Anmerkung
Die Verfasserin übernimmt von Auer (1977) fast die gesamte Seite mitsamt fünf Literaturreferenzen, ohne dies kenntlich zu machen. Auer wird in der vorliegenden Arbeit zum ersten Mal am Ende des folgenden Absatzes auf der nächsten Seite erwähnt. Von den Literaturreferenzen werden anscheinend mindestens vier nicht überprüft:

1. Bei der ersten Referenz findet sich sowohl bei der Verfasserin als auch bei Auer eine falsche Namensschreibung: Der Autor heißt Bernhard Stoeckle.

2. Die von Joseph Ratzinger – dessen Vorname im Literaturverzeichnis richtig, hier aber falsch geschrieben wird – herausgegebenen Prinzipien christlicher Moral erschienen in erster Auflage 1975, in zweiter 1981. Eine Auflage von 1976 existiert nicht. Im Literaturverzeichnis findet sich das Werk ebenfalls mit falscher Jahreszahl.

Weiterhin lautet das Zitat bei von Balthasar im Original: „Die konkrete Existenz Christi – sein Leben, Leiden, Sterben und endgültig leiblich Auferstehen – hebt alle übrigen Systeme ethischer Normierung in sich auf; sittliches Handeln von Christen hat sich im letzten nur vor dieser Norm zu verantworten, die selbst das Urbild des vollkommenen Gehorsams an Gott den Vater darbietet. [Es folgen zwei längere Sätze, die hier nicht wiedergegeben werden.] Die in der Person Christi vollbrachte Synthese des gesamten Willens des Vaters ist eschatologisch und unüberbietbar, deshalb a priori universal normativ.“

Die Verfasserin bricht bei der Zitatwiedergabe also einfach vor dem Ende des ersten Satzes ab und setzt unmittelbar mit dem letzten Satz fort, ohne dies in irgendeiner Form kenntlich zu machen. Der wiedergegebene Text ist bis auf die Auslassungszeichen mit dem bei Auer identisch. Dass ihr der Originaltext vorliegt, ist daher zweifelhaft, auch wenn sie in FN 3 den Titel des Aufsatzes und Anfangs- und Endseitenzahl nennt, die sich bei Auer nicht finden.
 

Seite 307

Typus
Bauernopfer
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 307, Zeilen: 07-13, 104-112
 
Fundstelle:
Seite(n): 056, Zeilen: 09-14, 105-112
 
Die Angewiesenheit des Neugeborenen auf eine solche stabile Beziehung zu einer Bezugsperson ist verschieden benannt worden, so z.B. als „physiologische Korrespondenz“ [FN 3], „emotionale Symbiose“ [FN 4], oder „symbiotisch-parasitäre Beziehung“ [FN 5] zwischen Mutter und Kind. Wir übernehmen den von E.Kutter geprägten und auch von A.Nowak verwendeten Begriff „Dualunion“ zwischen Mutter und Kind. [FN 6]


[FN 3] Spitz,René: Nein und Ja. Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation. Stuttgart 1960.

[FN 4] Benedek,Th.: Über das Wesen der Mutter-Kind-Begegnung. In: Psyche. 13 (1959/60). S. 428.

[FN 5] Mahler,M.S.: On Child Psychosis and Schizophrenis. Autistic and Symbiotic Infantile Psychosis. In: The Psychoanalytic Study of the Child. 7 (1952). S.286.

[FN 6] Kutter,E.: Die Krankheitslehre der Psychoanalyse. (Hrsg.: W.Loch,S.Hirzl). Stuttgart 1967. S. 166f.

[Nowak,Antoni J. : a.a.O. S. 56.]

Diese Frühstufe der Symbiose hat verschiedene Ausdrücke bekommen, wie „physiologische Korrespondenz“ zwischen Mutter und Kind[FN 15]; Th. Benedek gebraucht den Begriff „emotionale Symbiose“[FN 16], M. S. Mahler beschreibt die Mutter-Kind-Symbiose als „symbiotisch-parasitäre Beziehung“[FN 17]; der Ausdruck „Dualunion“ zwischen Mutter und Kind, den E. Kutter benutzt, scheint der beste zu sein[FN 18].


[FN 15] Vgl. R. Spitz, Nein und Ja. Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation, Stuttgart 1960.

[FN 16] Vgl. Th. Benedek, Über das Wesen der Mutter-Kind-Bedingung, in: Psyche 13 (1959/60), S. 428.

[FN 17] Vgl. M. S. Mahler, On Child Psychosis and Schizophrenis, Autistic and Symbiotic Infantile Psychosis, in: The Psychoanalytic Study of the Child, 7 (1952), S. 286.

[FN 18] Vgl. E. Kutter, Die Krankheitslehre der Psychoanalyse, (Hrsg. V. W. Loch, S. Hirzl), Stuttgart 1967, S. 166—167. […]



Anmerkung
Der Leser geht hier davon aus, dass es sich bei der Zusammenstellung der Zitate aus der Literatur um eine eigene Leistung der Verfasserin handelt; dies ist jedoch nicht der Fall. Die ungeprüfte Übernahme der vier Zitate kann darüber hinaus belegt werden:

1. Der Begriff „physiologische Korrespondenz“ kommt bei Spitz (1960) nicht vor.

2. Statt „emotionale Symbiose“ heißt es in der Zeitschrift Psyche a.a.O. „emotionelle Symbiose“. Außerdem stammt der dortige Aufsatz Über das Wesen der Mutter-Kind-Bindung nicht von Therese Benedek, sondern von John Bowlby, der Benedek lediglich mit dem kurzen Zitat anführt. (Der Aufsatz wird im Literaturverzeichnis nicht aufgeführt.)

3. In Margaret Mahlers englischsprachigem Aufsatz kommt der Begriff „symbiotisch-parasitäre Beziehung“ erwartungsgemäß nicht vor. Dort steht auf S. 286: „The intrauterine, parasite-host relationship within the mother organism (Deutsch, 1945) must be replaced in the postnatal period by the infant’s being enveloped, as it were, in the extrauterine matrix of the mother’s nursing care, a kind of social symbiosis.“ (Hervorhebung im Original) Für „symbiotisch-parasitäre Beziehung“ findet sich aber auch keine englische Entsprechung.

Die Verfasserin übernimmt von Nowak (1978) zudem einen inkorrekten Titel, der richtig lautet: On Child Psychosis and Schizophrenia. Autistic and Symbiotic Infantile Psychoses. (Der Aufsatz wird im Literaturverzeichnis nicht aufgeführt.)

4. Der Aufsatz, in dem die „Dualunion“ verhandelt wird, hat nicht den Titel des Sammelbandes Die Krankheitslehre der Psychoanalyse, sondern heißt Psychiatrische Krankheitsbilder und stammt auch nicht von „E. Kutter“, sondern von Peter Kutter. (Der Aufsatz wird im Literaturverzeichnis nicht aufgeführt.)
 

Seite 100

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 100, Zeilen: 15-18
 
Fundstelle:
Seite(n): 037, Zeilen: 12-15
 
Bereits in seinem ersten großen Werk „Wandlung und Symbole der Libido“ setzt sich C.G.Jung 1912 vor allem durch sein Verständnis der Libido als psychischer Energie schlechthin deutlich von seinem Lehrer Freud ab. Noch weiter als A. Adler entfernte sich C. G. Jung von S. Freud. Das zeigte sich schon in seinem ersten großen Werk „Wandlung und Symbol der Libido“ von 1912, in dem er sich deutlich von Freud absetzte. Jung versteht unter Libido die spezifische psychische Energie schlechthin […].


Anmerkung
Die Verfasserin erwähnt Nowak (1978), von dem sie ihre Aussage bezieht, im gesamten Unterkapitel über C.G. Jung nicht. Richtig lautet der Titel des Werkes Wandlungen und Symbole der Libido.
 

Seite 37

Typus
Verschleierung
Quelle
Arendt 1960
Dissertation:
Seite: 037, Zeilen: 09-12
 
Fundstelle:
Seite(n): 015, Zeilen: 29-32
 
Durch die Gründung und Erhaltung von politischen Gemeinwesen schließlich schafft menschliches Handeln die Bedingungen für eine Kontinuität der Generationen und damit für Geschichte. […] das Handeln schließlich, soweit es der Gründung und Erhaltung politischer Gemeinwesen dient, schafft die Bedingungen für eine Kontinuität der Generationen, für Erinnerung und damit für Geschichte.


Anmerkung
Die Urheberin des Gedankens, die politische Theoretikerin und Philosophin Hannah Arendt, wird in der vorliegenden Arbeit nicht nur nicht hier, sondern an gar keiner Stelle erwähnt.  

Seite 74

Typus
Verschleierung
Quelle
Laplanche / Pontalis 1972
Dissertation:
Seite: 074, Zeilen: 11-13, 17-20
 
Fundstelle:
Seite(n): 280; 494, Zeilen: 09-16; 30-37
 
[Mit Eros benennt er die Lebenstriebe […]] sie streben danach, bestehende lebende Einheiten zu bewahren und von diesen aus umfassendere Einheiten zu bilden.

[Den lebenserhaltenden Trieben gegenüber stehen die Todestriebe […]] sie versuchen, lebende Einheiten zu zerstören, Spannungen radikal auszugleichen und so das Lebewesen in den anorganischen Zustand zurückzuführen, der als der Zustand der absoluten Ruhe angesehen wird.

[Seite 280, Z. 9-16]

In Jenseits des Lustprinzips (1920) führte Freud den großen Gegensatz zwischen Todestrieben* und Lebenstrieben ein […]. Die ersten streben nach Destruktion der lebenden Einheiten, nach einem radikalen Ausgleich der Spannungen und nach der Rückkehr in den anorganischen Zustand, der als der Zustand der absoluten Ruhe angesehen wird. Die zweiten streben nicht nur danach, die bestehenden lebenden Einheiten zu bewahren, sondern von diesen aus umfassendere Einheiten zu bilden.

[Seite 494, Z. 30-37]

Todestriebe […] Bezeichnet im Rahmen der letzten Freudschen Triebtheorie eine fundamentale Kategorie der Triebe, die […] nach der vollständigen Aufhebung der Spannung streben, d. h. danach, das Lebewesen in den anorganischen Zustand zurückzuführen.



Anmerkung
Die Verfasserin übernimmt von Laplanche / Pontalis (1972), die in der gesamten Arbeit an keiner Stelle erwähnt werden, deren Interpretation der Lebens- und Todestriebe bei Freud, was sie als ihre eigene erscheinen lässt. Eine Formulierung von S. 280 wird dabei durch den letzten Teilsatz auf S. 494 ersetzt. Bei Freud selbst findet sich eine solche Erläuterung der beiden Triebbegriffe nicht.
 

Seite 33

Typus
Verschleierung
Quelle
Biemel 1973
Dissertation:
Seite: 033, Zeilen: 19-24
 
Fundstelle:
Seite(n): 045; 046, Zeilen: 23-24; 01-04, 35-36
 
Zum In-sein gelangt der Mensch nicht erst durch das Erkennen, im Gegenteil: nur weil ihm das Seiende bekannt ist, er darüber verfügt und damit vertraut ist in den verschiedensten Weisen des Besorgens, kann er sich auf das Erkennen einlassen. Erkennen setzt also immer schon den Bezug zur Welt voraus. [FN 4]


[[FN 4] „Im Sichrichten auf … und Erfassen geht das Dasein nicht etwa erst aus seiner Intimsphäre hinaus, in die es zunächst verkapselt ist, sondern es ist seiner primären Seinsart nach immer schon ‚draußen‘, bei einem begegnenden Seienden der je schon entdeckten Welt“ (ebd. S. 62).]
[Seite 45, Z. 23-24]

Es ist auch keineswegs so, daß wir erst durch das Phänomen des Erkennens zu so etwas wie dem In-sein gelangen würden;

[Seite 46, Z. 1-4]

umgekehrt: nur weil wir immer schon mit dem Seienden vertraut sind, was in den verschiedensten Weisen des Besorgens seinen Niederschlag findet, können wir uns auf eine spezifische Weise des Kennens einlassen – eben das Erkennen. […]

[Im Sichrichten auf … und Erfassen geht das Dasein nicht etwa erst aus seiner Innensphäre hinaus, in die es zunächst verkapselt ist, sondern es ist seiner primären Seinsart nach immer schon „draußen“ bei einem begegnenden Seienden der je schon entdeckten Welt … […] (S. 62).]

[Seite 46, Z. 35-36]

Das Erkennen vermittelt nicht etwa die Möglichkeit der Herstellung des Bezugs zur Welt, sondern setzt diesen Bezug immer schon voraus […].



Anmerkung
FN 4 bezieht sich auf Sein und Zeit. Die Quelle für die Aussage im Fließtext der Verfasserin, Biemel, wird auf der gesamten Seite nicht erwähnt; somit gibt sie vor, selbst Heidegger zu interpretieren.
 

Seite 101

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 101, Zeilen: 07-12, 17-19, 102-103
 
Fundstelle:
Seite(n): 038, Zeilen: 05-15, 126-127
 
Die Reifung des Menschen erfolgt nach Jung im Rahmen der Individuation, worunter „allgemein der Vorgang der Bildung und Besonderung von Einzelwesen, speziell die Entwicklung des psychologischen Individuums als eines vom Allgemeinen, von der Kollektivpsychologie unterschiedenen Wesens“ verstanden wird. [FN 1] […]

Sein Ziel ist die individuierte Persönlichkeit, die ihren Mittelpunkt erreicht hat, den Jung als den Archetypus des „Selbst“ bezeichnet. [FN 3]


[[Seite 100, FN 3] Jacobi,Jolande: Der Weg zur Individuation. Zürich,Stuttgart 1965. S. 131.

[Seite 101, FN 1] ebd. S. 41. […]]

[FN 3] Jung,Carl Gustav: Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewußten. Zürich 41945. S. 175 und 203.

Jung gebraucht für den ganzen Reifungsweg des Menschen den Begriff Individuation. […] „Die Individuation ist allgemein der Vorgang der Bildung und Besonderung von Einzelwesen, speziell die Entwicklung des psychologischen Individuums als eines vom Allgemeinen, von der Kollektivpsychologie unterschiedenen Wesens. […]“[FN 82]. Die Individuation ist […] ein Reifungsprozeß, durch den der Mensch den Mittelpunkt seiner Persönlichkeit erreicht, den Jung als Archetypus des „Selbst“ bezeichnet[FN 83].


[[FN 82] C. G. Jung, Psychologische Typen, Olten – Freiburg 1971, S. 477.]

[FN 83] Vgl. C. G. Jung, Die Beziehung zwischen Ich und dem Unbewußten, Zürich 1945, S. 175 und 203.



Anmerkung
1. Der Verweis in FN 1 auf Jacobi, S. 41, führt ins Leere.

2. Weder auf S. 175 oder S. 203 noch in deren näherem Umfeld gebraucht Jung (5. Aufl. 1950, Seitenumfang identisch mit der 4. Aufl.) den Begriff „Archetypus“. Auf S. 203 heißt es lediglich: „Ich habe diesen Mittelpunkt als das Selbst bezeichnet.“ (Hervorhebung im Original) Zwar spricht Jung an anderer Stelle tatsächlich davon, dass das Selbst ein Archetypus sei, aber mit den beiden von der Verfasserin genannten Quellenangaben lässt sich dies nicht belegen. Daher scheint hier eine nicht weiter überprüfte Übernahme aus Nowak (1978) vorzuliegen, auch wenn sie dessen fehlerhaft wiedergegebenen Titel des Werkes korrigiert und die Auflage ergänzt.
 

 


 

Typus
Bauernopfer
Quelle
Jacobi 1971
Dissertation:
Seite: 101, Zeilen: 21-27, 104-105
 
Fundstelle:
Seite(n): 028; 031; 046; 156, Zeilen: 20-22, 106; 03-05; 02-04; 02
 
[Dieses Selbst betrachtet Jung dialektisch: es versucht in jeder Beziehung] „die Thesis der reinen, unbewußten Natur und die Antithesis des Ichs in der Synthesis bewußter Natur zu vereinigen.“ [FN 4]
Der Individuationsprozeß stellt keine gerade Linie dar. Er ist vielmehr ein stufenweiser, dessen Vorgänge und Phasen sich in zwei große Abschnitte gliedern lassen: in die der ersten und die der zweiten Lebenshälfte.


[FN 4] Adler,Alfred: Zur analytischen Psychologie.
Zürich 1952. S. 147.
[Seite 28, Z. 20-22]

In der trefflichen Formulierung von G. ADLER ausgedrückt: „… die Thesis der reinen, unbewußten Natur und die Antithesis des Ichs in der Synthesis bewußter Natur zu vereinigen[FN 5].“

[Seite 46, Z. 2-4]

Der Individuationsprozeß […] stellt keine gerade „Linie“ dar […]. Sein Verlauf ist eher ein „stufenweiser“ […].

[Seite 31, Z. 3-5]

Beide Varianten des Individuationsprozesses lassen sich in zwei große, zahlreiche weitere Phasen enthaltende Abschnitte gliedern: in jene der ersten und in jene der zweiten Lebenshälfte.

[Literaturverzeichnis Seite 156, Z. 2]

ADLER, G., Zur Analytischen Psychologie, Zürich 1952.


[Seite 28, Z. 106]

[FN 5] Zur Analytischen Psychologie, S. 147.



Anmerkung
Die Verfasserin schreibt hier Alfred Adler ein Zitat zu, das in Wirklichkeit von Gerhard Adler stammt: Alfred Adler hat nie eine Publikation mit dem Titel Zur analytischen Psychologie verfasst. Diese Phantomschrift findet sich auch in ihrem Literaturverzeichnis. Offenbar übersieht sie, dass Jacobi von „G. ADLER“ bzw. „ADLER, G.“ spricht. Außerdem heißt es bei Gerhard Adler (1952) im Original: „[…] die Thesis der reinen unbewußten Natur und die Antithesis des Ich […]“; das Komma und das Genitiv-s, die bei Jacobi zu finden sind, stehen dort nicht. Die Verfasserin nennt hier also nicht nur einen falschen Autor, sondern übernimmt auch ungeprüft ein inkorrektes Zitat von Jacobi.

Die folgenden sinngemäßen Übernahmen von Jacobi werden nicht kenntlich gemacht. Da Jacobi kurz darauf für ein wörtliches Zitat auf S. 34 angeführt wird, Klassifizierung als Bauernopfer.
 

Seite 114

Typus
Bauernopfer
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 114, Zeilen: 03-05, 101-102
 
Fundstelle:
Seite(n): 050, Zeilen: 20-22, 106
 
Caruso beschreibt das Gewissen als gelebte, wenn auch manchmal nicht bewußte Sicherheit einer Transzendenz und als eine Qualität des Menschseins. [FN 1]


[FN 1] ders.: Tiefenpsychologie und Angst. In: Anima.3 (1953). S. 247.
[…] für Caruso ist das Gewissen die gelebte, wenn auch manchmal nicht bewußte Sicherheit einer Transzendenz und eine Qualität des Menschseins[FN 140].


[FN 140] Vgl. I. A. Caruso, Tiefenpsychologie und Angst, in: „Anima“, VIII, 3 (1953), S. 247.


Anmerkung
Die Aussage, dass das Gewissen eine „gelebte, wenn auch manchmal nicht bewußte Sicherheit einer Transzendenz“ sei, kommt in Caruso (1953) weder so noch in ähnlicher Form an irgendeiner Stelle vor. Ganz offenbar schreibt die Verfasserin hier also schlicht aus Nowak (1978) ab, ohne dessen vermeintliche Caruso-Aussage zu verifizieren; im Literaturverzeichnis wird der Aufsatz nicht aufgeführt. – Da Nowak im folgenden Absatz für ein wörtliches Zitat angeführt wird, Klassifizierung als Bauernopfer.
 

Seite 322

Typus
Verschleierung
Quelle
Hupperschwiller 1970
Dissertation:
Seite: 322, Zeilen: 10-17
 
Fundstelle:
Seite(n): 064, Zeilen: 09-13
 
Zusammenfassend kann man feststellen, daß in dem Maß, in dem im Jugendalter neben die heteronomen Normen selbstüberprüfte Normen treten, bzw. erstere nach kritischer persönlicher Überprüfung ersetzt oder aber gutgeheißen und als autonome Normen zur Grundlage des Entscheidens und Handelns werden, man von einem autonomen, bzw. personalen Gewissen sprechen kann und damit von einer geglückten Personalisation. In dem Maß, in dem neben die heteronomen Normen selbstüberprüfte Normen treten, erstere ersetzt bzw. […] nach kritischer persönlicher Überprüfung gutgeheißen und damit nun als autonome Normen beibehalten werden, sprechen wir von einem autonomen Gewissen, einer geglückten Personalisation.


Anmerkung
Keine Quellenangabe weit und breit. Die Verfasserin gibt einen von Hupperschwiller (1970) übernommenen, nur unwesentlich ergänzten Gedanken als eigene Schlussfolgerung aus.