Kategorie-Archiv: Verschleierung

Seite 265

Typus
Verschleierung
Quelle
Böckle 1978
Dissertation:
Seite: 265, Zeilen: 06-07, 16-17, 109-113
 
Fundstelle:
Seite(n): 080; 081, Zeilen: 31, 40-41; 01-10
 
[Z. 6-7]

Reglementierende Eingriffe im Mesobereich [FN 2] grenzen die Freiheit des einzelnen immer mehr ein.

[Z. 16-17]

[…] dessen Freiheitsraum sich nur noch auf den Mikrobereich [FN 3] erstreckt.


[FN 2] Gemeint ist der gesamte Bereich der Infrastruktur wie z.B. Bildungs-,Verkehrs-, Bau- und Gesundheitswesen.

[FN 3] Gemeint ist der Intimbereich von Ehe, Familie und Sexualität. Er wird heute vielfach als die einzige
Möglichkeit eigenen Entscheidens angesehen […].

[Seite 80, Z. 40-41]

Zweitens: In der hochentwickelten Industriegesellschaft scheint die Freiheit des einzelnen durch reglementierende Eingriffe immer mehr eingegrenzt.

[Seite 81, Z. 1-10]

[…] es geht nicht ohne vielfältige reglementierende Eingriffe im Bildungssektor, im Verkehr, im Bauwesen […], im gesamten Gesundheitswesen […]. Diese weitgehend unvermeidliche Institutionalisierung immer weiterer Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, in dem, was der Ethiker den Mesobereich nennt […] führt zum Rückzug in die Privatsphäre von Ehe, Sexualität, Familie. Es sind die einzigen noch verbleibenden Bereiche von Freiheit […].

[Seite 80, Z. 31]

[…] im Bereich von Ehe, Familie und Sexualität (Mikrobereich) […]



Anmerkung
Die Verfasserin übernimmt den Gedanken, dass der Einzelne durch Reglementierungen im Mesobereich eingegrenzt wird und der einzige Freiheitsraum sich nur noch im Mikrobereich findet, von Böckle mitsamt konkreten Beispielen für diese Bereiche. Der Gedanke wird durch eigene Ausführungen ergänzt, die hier nicht wiedergegeben werden. Ein Verweis auf Böckle (1978) findet sich in der vorliegenden Arbeit allerdings nicht; lediglich im Vorwort berichtet die Verfasserin allgemein von einer Prägung durch diesen Autor.
 

Seite 109

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 109, Zeilen: 07-09, 103-105
 
Fundstelle:
Seite(n): 044; 045, Zeilen: 115-117; 01-03, 101
 
Menschliche Triebe sind immer schon personifiziert, d.h. alle Triebhaftigkeit ist beim Menschen immer schon von einer geistigen Stellungnahme überformt. [FN 2]


[[FN 1] Frankl,Viktor E.: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. S. 99.]

[FN 2] ders.: Grundriß der Existenzanalyse und Logotherapie. In: ders. u.a. (Hrsg.): Handbuch der Neurosenlehre und Psychotherapie. Bd. III. S. 683.

[Seite 45, Z. 1-3]

Alle Triebhaftigkeit ist beim Menschen immer bereits von einer geistigen Stellungnahme überformt. Triebe sind immer schon personifiziert[FN 115].


[Seite 44, Z. 115-117]

[FN 114] V. E. Frankl, Grundriß der Existenzanalyse und Logotherapie, in: Handbuch der Neurosenlehre und Psychotherapie (Hrsg. V. E. Frankl u. a.), München 1959, Bd. III, S. 683.

[Seite 45, Z. 101]

[FN 115] Vgl. a. a. O., S. 683.



Anmerkung
Die Verfasserin übernimmt Aussagen von Nowak (1978) mitsamt einer Literaturreferenz. Bei Frankl (1959) finden sich diese allerdings auf S. 681 und nicht auf S. 683; auch heißt es dort, dass Triebe „immer schon personiert“ seien (Hervorhebung im Original), was ein Unterschied ist. Die Verfasserin gibt hier also vor, Frankl zu rezipieren, der ihr jedoch ganz offenbar überhaupt nicht vorliegt.
 

 


 

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 109, Zeilen: 16-18
 
Fundstelle:
Seite(n): 092, Zeilen: 34-35
 
So sind die Suche nach Sinn und die Bindung an Werte aus der Selbsttranszendenz menschlicher Existenz zu verstehen […]. Wert und Sinn sind also nur aus der Selbsttranszendenz menschlicher Existenz zu verstehen.


Anmerkung
Trotz deutlicher Anlehnung an Nowak (1978) wird dieser nicht als Quelle des Gedankens genannt.
 

Seite 111

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 111, Zeilen: 01-05, 101-104
 
Fundstelle:
Seite(n): 045; 046, Zeilen: 31-33; 01-02, 101-102
 
Liebe und Gewissen sind spezifisch humane Prinzipien in der Weise, „daß das Gewissen eine Manifestation der menschlichen Fähigkeit zu Selbstdistanzierung ist, während sich durch die Liebe menschliche Fähigkeit zur Selbsttranszendenz manifestiert.“ [FN 1]


[FN 1] Frankl,Viktor E.: Der Pluralismus der Wissenschaften und die Einheit des Menschen. In: Petrilowitsch, Nikolaus (Hrs.) [sic]: Die Sinnfrage in der Psychotherapie. Darmstadt 1972. S. 494.
[Seite 45, Z. 31-33]

Liebe und Gewissen sind ebenfalls spezifisch humane Phänomene, und zwar so, „daß das Gewissen eine Manifestation der menschlichen Fähigkeit zur

[Seite 46, Z. 1-2]

Selbstdistanzierung ist, während sich durch die Liebe menschliche Fähigkeit zur Selbsttranszendenz manifestiert“[FN 121].


[FN 121] V. E. Frankl, Der Pluralismus der Wissenschaften und die Einheit des Menschen, in: Die Sinnfrage in der Psychotherapie (Hrsg. N. Petrilowitsch), Darmstadt 1972, S. 494.


Anmerkung
Offenbar übernimmt die Verfasserin hier a) fehlerhaft und b) ungeprüft ein Frankl-Zitat von Nowak (1978), da es bei Frankl (1972) im Original heißt: „Vielmehr sind die beiden eben spezifisch humane Phänomene, so zwar, daß das Gewissen eine Manifestation der menschlichen Fähigkeit zur Selbstdistanzierung ist, während sich durch die Liebe die menschliche Fähigkeit zur Selbsttranszendenz manifestiert.“ (Hervorhebungen nicht im Original)
 

Seite 80

Typus
Verschleierung
Quelle
Laplanche / Pontalis 1972
Dissertation:
Seite: 080, Zeilen: 06-11
 
Fundstelle:
Seite(n): 204, Zeilen: 10-18
 
Den Unterschied zwischen Gewissen und Ich-Ideal verdeutlicht Freud in der Unterscheidung von Schuldgefühl und Minderwertigkeitsgefühl: Beide Gefühle sind das Ergebnis einer Spannung zwischen Ich und Gewissen, beim Minderwertigkeitsgefühl wirkt die Spannung zwischen Ich und Ich-Ideal, beim Schuldgefühl die zwischen Ich und Gewissen. […] das Über-Ich erscheint als eine verbindende Struktur, der drei Funktionen zugeschrieben werden: „die Selbstbeobachtung, das Gewissen und die Idealfunktion“ (4). Die Unterscheidung zwischen den beiden letzten Funktionen wird da besonders deutlich, wo Freud versucht, zwischen Schuldgefühl und Minderwertigkeitsgefühl einen Unterschied herauszuarbeiten. Die beiden Gefühle sind das Ergebnis einer Spannung zwischen dem Ich und dem Über-Ich, aber das erste steht in Zusammenhang mit dem Gewissen, das zweite mit dem Ichideal […].


[EN 4] Freud, S., G. W., XV, 72; […]


Anmerkung
Keine Quellenangabe. Offenbar verwendet die Verfasserin in ihrer Aussage „Beide Gefühle sind das Ergebnis einer Spannung zwischen Ich und Gewissen“ versehentlich den Begriff „Gewissen“ statt „Über-Ich“, da ihre Ausführungen an dieser Stelle so keinen rechten Sinn ergeben.

Bei Freud selbst finden sich die Erläuterungen von Laplanche / Pontalis (1972), die in der vorliegenden Arbeit nirgends erwähnt werden, zu Schuld- und Minderwertigkeitsgefühl in dieser Form nicht.
 

 


 

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 080, Zeilen: 12-15
 
Fundstelle:
Seite(n): 134, Zeilen: 02-03, 07-08
 
Für die Entstehung des Über-Ich und damit auch der Gewissensfunktion nimmt Freud zwei Phasen an:
Die erste Phase resultiert aus der Abhängigkeit des Kindes von der elterlichen Autorität.
[Z. 2-3]

1. Nach Freuds Auffassung geht das Über-Ich („Gewissen“) aus der ödipalen Entwicklung hervor.

[Z. 7-8]

Das Gewissen bildet sich in der ersten Phase als Abhängigkeit des Kindes von der elterlichen Autorität dar [sic].



Anmerkung
Keine Quellenangabe. Der zweite Satz stammt inhaltlich nicht von der Verfasserin.
 

Seite 98

Typus
Verschleierung
Quelle
Klier 1978
Dissertation:
Seite: 098, Zeilen: 01-04
 
Fundstelle:
Seite(n): 056, Zeilen: 06-10
 
Im Gegensatz zu Freud führt also Fromm den Konflikt zwischen Eltern und Kindern nicht primär auf geschlechtliche Rivalitäten zurück, sondern auf den Druck der elterlichen Autorität allgemein.

Am Schibboleth der Freudschen Gewissenstheorie, der Lehre vom Ödipuskomplex, erkennt Fromm[FN 218] lediglich das damit angesprochene Autoritätsproblem an, nämlich die Auflehnung des Kindes gegen den Druck der Elternautorität. Nach Fromm wird der ödipale Konflikt also nicht primär durch die geschlechtliche Rivalität ausgelöst.


[FN 218] Fromm, 171 f.


Anmerkung
Die Verfasserin komprimiert eine Aussage von Klier (1978) etwas abgewandelt, ohne diesen zu erwähnen.
 

Seite 264

Typus
Verschleierung
Quelle
Kerstiens 1978
Dissertation:
Seite: 264, Zeilen: 03-06, 101
 
Fundstelle:
Seite(n): 119; 209, Zeilen: 27-30; 08
 
In der Konzeption der Neuzeit erscheint der Mensch als das „aus den mittelalterlichen Bindungen gelöste“ [FN 1] autonome Subjekt, das sich seine Freiheiten erkämpft hat.


[FN 1] Guardini,Romano: Das Ende der Neuzeit. Basel 1950. S.72.
[Seite 119, Z. 27-30]

aa) Guardini versuchte kurz nach dem letzten Krieg die Gegenwart als das „Ende der Neuzeit“ (1950) zu charakterisieren. Der Mensch in der Konzeption der Neuzeit war das „aus den mittelalterlichen Bindungen gelöste“ (1950, 72) autonome Subjekt, das sich seine Freiheiten erkämpft hatte […].

[Literaturverzeichnis Seite 209, Z. 8]

Guardini, Romano: Das Ende der Neuzeit, Basel 1950.



Anmerkung
Bei Guardini (11950) lautet die Stelle im Original: „Ein entsprechender Wandel scheint sich im Verhältnis zu Persönlichkeit und Subjekt zu vollziehen. Dessen Wesen lag einmal im Bewußtsein des Individuums, aus den mittelalterlichen Bindungen gelöst und Herr seiner selbst geworden zu sein, in der Haltung der Autonomie. Das drückte sich philosophisch in der Theorie vom Subjekt als den [sic] Grund alles Begreifens; politisch im Gedanken der bürgerlichen Freiheiten […] aus […].“

Die Verfasserin maßt sich hier also die Autorschaft einer so nicht von Guardini stammenden, sondern von Kerstiens (1978) lediglich in Anlehnung an diesen formulierten Aussage an.
 

Seite 309

Typus
Verschleierung
Quelle
Cloer 1969
Dissertation:
Seite: 309, Zeilen: 02-05, 101-102
 
Fundstelle:
Seite(n): 651; 655, Zeilen: 104; 13-16, 103
 
Die Entscheidungsbereitschaft des Kleinstkindes kommt noch nicht aus eigenem Antrieb, sondern auf Befehl des Erziehers und durch Einübung fester Gewöhnung. [FN 1]


[FN 1] Hollenbach,Johannes M.: Handbuch der Elternbildung. Köln 2966. Band 1. S. 418.
[Seite 655, Z. 13-16]

„Zur sittlichen Entscheidungsbereitschaft des Kleinkindes kommt es daher nicht aus eigenem inneren Antrieb. Es bedarf dazu des Befehls seiner Erzieher in Verbindung mit der Einübung fester Gewöhnung.“ [FN 20]


[Seite 651, Z. 104]

[[FN 5] J. M. Hollenbach: […]] In: Handbuch der Elternbildung, Köln 1966, Bd. 1, S. 416; […]

[Seite 655, Z. 103]

[FN 20] So Hollenbach, a. a.O., S. 418.



Anmerkung
Johannes Michael Hollenbach ist nicht, wie die Verfasserin angibt, der Autor des ersten Bandes des Handbuchs der Elternbildung, sondern hat lediglich den Artikel Die psychologischen Bedingungen der Gewissensbildung auf S. 409-426 verfasst.

Sowohl an dieser Stelle als auch im Literaturverzeichnis unterschlägt die Verfasserin Titel und Seitenzahl von Hollenbachs Artikel sowie den Herausgeber des Handbuchs, Joseph Anton Hardegger. Offenbar übernimmt sie
daher die unvollständigen Angaben aus Cloer (1969), bei dem diese ebenfalls nicht vorhanden sind, und das –
sinngemäß bis auf „Kleinstkindes“ richtig wiedergegebene – Hollenbach-Zitat. Sie erweckt hier den Eindruck, eine von Cloer – wenn auch durch die fehlenden bibliografischen Angaben mangelhaft – erbrachte Rezeptionsleistung selbst erbracht zu haben. Die Jahresangabe „2966“ ist ein offensichtlicher Tippfehler.
 

Seite 233

Typus
Verschleierung
Quelle
Auer 1971
Dissertation:
Seite: 233, Zeilen: 01, 04-06
 
Fundstelle:
Seite(n): 176, Zeilen: 03-08
 
[Z. 1]

[Zugrunde liegt die Einsicht, daß sich im Sittlichen kategoriale Werte (Gerechtigkeit,Treue,Keuschheit u.a.) realisieren und] eben darin der Mensch sich als Person verwirklicht.

[Z. 4-6]

Der Selbstvollzug der Person vor dem Absoluten verwirklicht sich in sittlichen Einzelhandlungen.

Dieser Bestimmung liegt die Einsicht zugrunde, daß im Sittlichen einerseits kategoriale sittliche Werte (wie Gerechtigkeit, Treue, Keuschheit) realisiert werden, daß sich eben darin andererseits der Mensch selbst als Person aktuiert […]. Der Selbstvollzug der Person vor dem Absoluten verwirklicht sich konkret also in partikulären sittlichen Einzelhandlungen […].


Anmerkung
Fortsetzung von der Vorseite (s. Anmerkung dort)
 

 


 

Typus
Verschleierung
Quelle
Auer 1971
Dissertation:
Seite: 233, Zeilen: 08-12
 
Fundstelle:
Seite(n): 176; 177, Zeilen: 27-29; 01-04
 
Alfons Auer sieht unter dem Begriff ‚Integrierung‘ alle Dimensionen – die heilsgeschichtlich-vermittelte Wirklichkeit des neuen Seins, die Interpretation der Welt aus dem Glauben an diese neue Wirklichkeit und die daraus entwickelte Verifizierung im sittlichen Vollzug zusammengefaßt. [Seite 176, Z. 27-29]

Weil unter dem dritten Stichwort, dem der „Integrierung“, alle Dimensionen – die heilsgeschichtlich vermittelte Wirklichkeit des „neuen Seins“ in Christus, die Interpretation der Welt aus dem Glauben

[Seite 177, Z. 1-4]

an diese Wirklichkeit und die ethisch-spirituelle Verifizierung im sittlichen Vollzug […] – zugleich eingeholt werden können […].



Anmerkung
Der Leser würde hier eine selbstständige Beschreibung dessen erwarten, was Auer unter „Integrierung“ versteht. Tatsächlich übernimmt die Verfasserin ihre Ausführungen aber direkt aus Auer (1971), ohne auf dessen Text zu verweisen.
 

Seite 232

Typus
Verschleierung
Quelle
Auer 1971
Dissertation:
Seite: 232, Zeilen: 19-21, 29-30
 
Fundstelle:
Seite(n): 174; 176, Zeilen: 22-24; 03-07
 
[Z. 19-21]

Kirchliche Verkündigung hat den Sinn aller innerweltlichen Aufgaben aufzuweisen, muß zeigen, daß sie göttliche Heilsaufgaben sind.

[Z. 29-30]

Zugrunde liegt die Einsicht, daß sich im Sittlichen kategoriale Werte (Gerechtigkeit,Treue,Keuschheit u.a.) realisieren und [eben darin der Mensch sich als Person verwirklicht.]

[Seite 174, Z. 22-24]

Die kirchliche Verkündigung hat also den Sinn aller innerweltlichen Aufgaben aufzuweisen, sie hat darzutun, daß sie göttliche Heilsaufgaben sind.[FN 80]

[Seite 176, Z. 3-7]

Dieser Bestimmung liegt die Einsicht zugrunde, daß im Sittlichen einerseits kategoriale sittliche Werte (wie Gerechtigkeit, Treue, Keuschheit) realisiert werden, daß sich eben darin andererseits der Mensch selbst als Person aktuiert […].


[FN 80] Vgl. dazu vor allem Grundzüge einer christlichen Ethik 17—26.


Anmerkung
Die Verfasserin beschäftigt sich an dieser Stelle mit Willem van der Marcks Grundzüge einer christlichen Ethik (1967) und Josef Fuchs‘ Gibt es eine spezifisch christliche Moral? (1970). Die betreffenden Aussagen kommen inhaltlich lediglich in abweichender Form bei den genannten Autoren vor; der Wortlaut wird eindeutig von Auer (1971) bezogen. Auch im Umfeld dieser Sätze wird aus Auers Rezeption der beiden Schriften übernommen, jedoch nicht so klar nachweisbar wie hier. – Fortsetzung auf der nächsten Seite.
 

Seite 218

Typus
Verschleierung
Quelle
Bujo 1979
Dissertation:
Seite: 218, Zeilen: 101-105
 
Fundstelle:
Seite(n): 194, Zeilen: 15-20, 24-26, 104-105
 

Der Begriff „synteresis“ meint die „syneidesis“ und beruht auf einem Schreibfehler in einem Kommentar des Hl. Hieronymus (vgl. dazu u.a.: Waldmann,M.: Synteresis oder Syneidesis? Ein Beitrag zur Lehre vom Gewissen. In: ThQ 119 (1938). S. 332-371).
[Z. 15-20]

Die Synteresis-Lehre geht auf Hieronymus zurück, der in seinem Ezechielkommentar […] die platonische Lehre von den Seelenteilen mit den vier Wesen der Ezechielvision in Verbindung bringt. Nachdem er drei Seelenteile […] gedeutet hat, führt er den vierten mit der Bemerkung ein, daß es sich um jenen Seelenteil handle, den die Griechen Synteresis (συντήρησις) nennen […].

[Z. 24-26]

Wie wir heute genau wissen, ist diese Wortbildung Synteresis aus einer Verwechslung mit Syneidesis entstanden, geht also auf einen Schreibfehler zurück[FN 3].


[FN 3] M. WALDMANN, Synteresis oder Syneidesis? Ein Beitrag zur Lehre vom Gewissen, in: ThQ 119 (1938) 332–371; […]


Anmerkung
Waldmann (1938) vertritt die Ansicht, „daß aus itazistisch geschriebenem CYNIDICIN durch verschiedene Schreibfehler […] ‚στντήρησιν‘ entstand“ (S. 333) und „daß Hieronymus nicht στντήρησιν, sondern συνείδησιν geschrieben hat“ (S. 335). Er ist also der Meinung, dass nicht Hieronymus einen Fehler gemacht hat, sondern diejenigen mehrere, die seine Schriften überliefert haben.

Dass die Verfasserin hier – sich auf Waldmann berufend – zu der Einschätzung gelangt, die Ursache für den Begriff „synteresis“ sei ein Schreibfehler in einem Kommentar des Hieronymus, ist nicht konsistent; offenbar schreibt sie nur oberflächlich aus Bujo (1979) ab, ohne dass ihr Waldmann (1938) vorliegt. Im Literaturverzeichnis wird der Aufsatz nicht erwähnt.