Kategorie-Archiv: Eindeutiges Plagiat

Seite 312

Typus
Bauernopfer
Quelle
Hupperschwiller 1970
Dissertation:
Seite: 312, Zeilen: 01-25, 101-103, 106-107, 109-117
 
Fundstelle:
Seite(n): 054; 055, Zeilen: 09-42; 01-03
 
[Sie besagt in diesem Zusammenhang, daß die Verlegung äußerer elterlicher Kontrolle in das Über-Ich eine Identifizierung bedeutet, d.h. „eine Angleichung eines Ichs an ein fremdes, in deren Folge dies] erste Ich sich in bestimmten Hinsichten so benimmt wie das andere, es nachahmt, gewissermaßen in sich aufnimmt.“ [FN 1] Für diesen Identifizierungsvorgang, der als wesentlichster Mechanismus der Übernahme von Werten, Normen und Orientierungsweisen im Laufe der Entwicklung gesehen werden kann, gibt es unterschiedliche Motive. Nach Freud gehört dazu, daß das Kind bei Überwindung des Ödipus-Komplexes aus Angst vor drohendem Liebesentzug durch den Vater oder die Mutter deren drohende und verbietende Stimme als Über-Ich introjiziert. [FN 2]
Losgelöst vom Ödipuskomplex kann man generell davon ausgehen,daß es zu angstmotivierter Identifikation dann kommt, wenn die Erzieher autoritär in die Persönlichkeit eingreifen. [FN 3]
Neben der Normenintrojektion aus Angst vor den Erziehern ist eine andere Motivgruppe feststellbar, „deren Häufigkeit soweit ersichtlich umgekehrt proportional zu autoritären Erziehungsformen steht“ [FN 4]. Gemeint ist die Vielzahl der Fälle, in denen das Kind die Werte und Normen seiner Eltern verinnerlicht, weil es mit ihnen gefühlsmäßig in positiver Weise verbunden ist und den Wunsch hat, in Harmonie mit ihnen zu leben. [FN 5]
Die Eltern sind dem Kind Vorbild und lassen in ihm den Wunsch aufkommen, das zu können und zu dürfen, was sie tun [FN 6], bzw. so zu sein, wie die Eltern. [FN 7]


[FN 1] Freud,Sigmund: Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. In: Ges.W. Band XV. London 1949. S. 69.

[[FN 2] ders.: Das Ich und das Es. In: Ges.W. Band XIII. London 51967. S. 235-289. hier: S. 260ff.]

[FN 3] Freud,Anna: Das Ich und die Abwehrmechanismen. London 1946. S. 125ff.

[[FN 4] Hupperschwiller,Lutz: a.a.O. S. 54.]

[FN 5] Roth,Heinrich: Zur pädagogischen Psychologie des Gewissens und der Gewissensbildung. S. 291.

Zulliger,Hans: Gespräche über Erziehung. Bern/Stuttgart 1960. S. 72.

Hapke,Eduard: Über die Natur des Gewissens. In Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie. 11 (1962). S. 115.

[FN 6] Caruso,Igor A.: Bios,Psyche,Person. S. 321.

[FN 7] Zulliger,Hans: a.a.O. S. 67.

[Seite 54, Z. 9-42]

[…] die Grundlage der Umwandlung der Elternbeziehung in das Über-Ich […] ist eine Identifizierung, d. h. „eine Angleichung eines Ichs an ein fremdes, in deren Folge dies erste Ich sich in bestimmten Hinsichten so benimmt wie das andere, es nachahmt, gewissermaßen in sich aufnimmt“ (Freud 1949, XV; 69). […] Da die Angleichung eine möglichst vollständige ist, […] haben wir in dieser […] den wesentlichsten Mechanismus der Internalisierung, der Übernahme von Werten, Normen und Orientierungsweisen zu sehen […].

Wie wir heute feststellen können, erfolgt diese Identifizierung aus den unterschiedlichsten Motiven, von denen eines das von Freud genannte ist: bei der Überwindung des Ödipus-Komplexes wird aus Angst vor dem drohenden Liebesentzug durch Vater und Mutter deren drohende und verbietende Stimme vom Kind als Über-Ich introjiziert (1955, XIII; 260 ff.). Diese Identifizierung aus Angst finden wir aber auch später noch, unabhängig vom Ödipus-Komplex […], so etwa als Abwehrmechanismus bei der angstmotivierten Identifizierung mit einem autoritär in die Persönlichkeit eingreifenden Erzieher […] (vgl. A. Freud 1946, 125ff.).

Identifizierung aus Angst repräsentiert jedoch nur die eine Motivgruppe. Daneben steht eine mit ihren Motiven konträr ausgerichtete Gruppe: in einer Vielzahl von Fällen, deren Häufigkeit soweit ersichtlich umgekehrt proportional zu autoritären Erziehungsformen steht, introzipiert das Kind die Normen und Werte der Eltern […] aus dem positiven angstfreien Antrieb heraus, in Übereinstimmung mit ihnen zu leben

[Seite 55, Z. 1-3]

(Roth 1957, 241; Zulliger 1960, 72; Hapke 1962, 115f.), um so zu sein wie sie (Zulliger 1960, 67), um all das zu können und zu dürfen, was diese tun (vgl. auch Caruso 1957, 321).



Anmerkung
Fortsetzung von der Vorseite. – Übernahme der gesamten Seite von Hupperschwiller (1970) mitsamt sieben Literaturreferenzen. Der Verweis auf Hupperschwiller in FN 4 bezieht sich nur auf einen – korrekt – als wörtliches Zitat gekennzeichneten Halbsatz. Zu den Fußnoten:

1. Man beachte, dass die Verfasserin an dieser Stelle eine andere Ausgabe der Neuen Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse nennt als im Literaturverzeichnis.

2. FN 2 wird nicht als Plagiat gewertet, da von der Verfasserin eine andere Ausgabe von Bd. XIII der Gesammelten Werke Freuds als verwendet angegeben wird.

3. Die Seitenangabe bei Roth (1957) wird von der Verfasserin fehlerhaft übertragen (der Aufsatz endet auf S. 248).

 

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Seite 311

Typus
Bauernopfer
Quelle
Hupperschwiller 1970
Dissertation:
Seite: 311, Zeilen: 18-19, 23-30
 
Fundstelle:
Seite(n): 053; 054, Zeilen: 18-22; 02-04, 09-15
 
Das so entstehende Normwissen beschränkt sich auf dieser Stufe immer noch auf solche von außen herangetragene Normen. […] so sind dem Kind mittels dieser Normen erste eigene Wertungen möglich.
Die in ihrem Kern heute noch gültige und grundlegende Deutung der Normenverinnerlichung beim Kind ist die Über-Ich Theorie Freuds. Sie besagt in diesem Zusammenhang, daß die Verlegung äußerer elterlicher Kontrolle in das Über-Ich eine Identifizierung bedeutet, d.h. „eine Angleichung eines Ichs an ein fremdes, in deren Folge dies [erste Ich sich in bestimmten Hinsichten so benimmt wie das andere, es nachahmt, gewissermaßen in sich aufnimmt.“ [FN 1]]


[[FN 1] Freud,Sigmund: Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. In: Ges.W. Band XV. London 1949. S. 69.]
[Seite 53, Z. 18-22]

Dieses Normwissen beschränkt sich auf dieser Stufe zwar noch auf Normen, die dem Kind von außen angeboten […] werden. Das Kind gelangt mittels dieser Normen nun jedoch zu ersten eigenen Wertungen […].

[Seite 54, Z. 2-4 u. 9-15]

[…] wie kommt es zur Übernahme angebotener Normen und Werte?

Die grundlegendste, in ihrem Kern auch heute noch durchaus gültige Deutung finden wir bei Freud in dessen schon skizzierten [sic] Über-Ich-Theorie […] die Grundlage der Umwandlung der Elternbeziehung in das Über-Ich […] ist eine Identifizierung, d. h. „eine Angleichung eines Ichs an ein fremdes, in deren Folge dies erste Ich sich in bestimmten Hinsichten so benimmt wie das andere, es nachahmt, gewissermaßen in sich aufnimmt“ (Freud 1949, XV; 69).



Anmerkung
Fortsetzung auf der nächsten Seite
 

Seite 308

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 308, Zeilen: 18-26
 
Fundstelle:
Seite(n): 057, Zeilen: 08-18
 
Die Mutter wird so zur ersten „personal-ethischen Norm“ für das Kind. In seiner physiologisch bedingten Schwäche empfindet es die Mutter als das schlechthin Gute. Es wird innerlich unsicher, wenn es etwas tut, womit es eine Störung der Harmonie hervorruft.
Griesl spricht von einem vormoralischen Prinzip, an das sich das Kind unbewußt hält. Danach ist böse das, was die Mutter dem Kind abgeneigt erscheinen läßt, gut ist, was sie zugeneigt werden läßt.
In seiner physiologisch bedingten Schwäche empfindet das kleine Kind die Mutter in seiner Phantasie als die beste. […] Die Mutter ist hier schlechthin die erste „personal-ethische“ Norm. Tut das Kind nun irgendetwas, mit dem es eine Störung der Har­monie mit der Mutter verbindet, so wird es dabei innerlich unsicher. […] G. Griesl spricht hier von einem vormoralischen Prinzip, an das sich das Kind unbewußt hält: „Böse ist, was die Mutter böse (= feindlich) macht; gut ist, was sie gütig (= ge­neigt) macht“[FN 20].


[FN 20] G. Griesl, Gewissen, Ursprung – Entfaltung – Bildung, Augsburg 1970, S. 85.


Anmerkung
Die ersten beiden Aussagen, die vor der Nennung des Namens Griesl gemacht werden, finden sich bei diesem nicht; bzgl. der dritten ist auf S. 84 zwar von einer „Störung der Harmonie“ (Hervorhebung im Original) die Rede, aber der Ausdruck „innerlich unsicher“ kommt in diesem Zusammenhang nicht vor. Daher kann hier nicht Griesl, dessen 1970 erschienenes Werk als einziges (jedoch lediglich im Literaturverzeichnis) in der untersuchten Arbeit erwähnt wird, Quelle der Ausführungen der Verfasserin sein, sondern nur Nowak (1978).
 

Seite 297

Typus
Verschleierung
Quelle
Mieth 1978
Dissertation:
Seite: 297, Zeilen: 01-16, 101-105
 
Fundstelle:
Seite(n): 199; 200, Zeilen: 106-108; 16-26, 102
 
– den Bereich der Lebenserhaltung, eingeschlossen das Grundverhältnis des Menschen zur Natur, in den Rechten auf Leben, Selbstverwirklichung, eigene Arbeit, soziale Sicherheit, Erholung u.s.w.;
– den Bereich der Kultur und Zivilisation in den Rechten auf Bildung, Hygiene, Lebensqualität, soziale Anerkennung, eigene Sprache u.s.w.;
– den Bereich der eigentlich politischen Menschenrechte in den Rechten auf freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit, Diskriminierungsverbot u.s.w.;
– den Bereich der personalen Lebensgemeinschaften Ehe und Familie im Elternrecht, Kindesrecht, Altersrecht, Krankenrecht;
– schließlich den Bereich des Glaubens und der Weltanschauung in den Rechten auf Glaubensfreiheit, Bekenntnisfreiheit, Religionsausübung und religiöser Unterweisung. [FN 1]


[FN 1] Schwartländer,Johannes: Die Menschenrechte und die Notwendigkeit einer praktischen Weltorientierung. In: Kohlenberger,H./Lütterfels,W. (Hrsg.): Von der Notwendigkeit der Philosophie in der Gegenwart. München 1976. S. 166-189. S. 182ff.
[Seite 200, Z. 16-26]

den Bereich der Lebenserhaltung, eingeschlossen das Grundverhältnis des Menschen zur Natur, z.B.: Recht auf Leben, Selbstverwirklichung, eigene Arbeit, soziale Sicherheit, Erholung usw.; den Bereich der Kultur und Zivilisation, z. B. Recht auf Bildung, Hygiene, Lebensqualität, soziale Anerkennung, eigene Sprache usw.; den Bereich der eigentlich politischen Mitwirkungsrechte, z.B. freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit, Diskriminierungsverbot usw.; den Bereich der personalen Lebensgemeinschaften: vor allem Ehe und Familie,z.B. Elternrecht, Kindesrecht, Altersrecht, Krankenrecht usw.; den Bereich des Glaubens und der Weltanschauung, z. B. das Recht auf Glaubensfreiheit, Bekenntnisfreiheit, Religionsausübung, religiöse Unterweisung usw..[FN 23]


[Seite 199, Z. 106-108]

[FN 21] J. Schwartländer, Die Menschenrechte und die Notwendigkeit einer praktischen Weltorientierung, in: Von der Notwendigkeit der Philosophie in der Gegenwart (Festschrift K. Ulmer), hg.v. H. Kohlenberger und W. Lütterfelds, München 1976, 166-189 […]

[Seite 200, Z. 102]

[FN 23] Vgl. a.a.O. 182ff.



Anmerkung
Fortsetzung von der Vorseite. – Die Begriffe Selbstverwirklichung, Hygiene, Lebensqualität, Elternrecht, Kindesrecht, Altersrecht und Krankenrecht kommen nur bei Mieth (1978) vor, nicht jedoch bei Schwartländer (1976) auf S. 182 ff.
 

Seite 296

Typus
Verschleierung
Quelle
Mieth 1978
Dissertation:
Seite: 296, Zeilen: 31-33
 
Fundstelle:
Seite(n): 200, Zeilen: 14-15
 
Johannes Schwartländer nennt fünf Grundbereiche, auf die sich die erklärten Menschenrechte zurückbinden lassen: J. Schwartländer nennt fünf Grundbereiche, auf die sich die erklärten Menschenrechte zurückbinden lassen […]:


Anmerkung
Fortsetzung auf der nächsten Seite
 

Seite 259

Typus
Verschleierung
Quelle
Nosbüsch 1965
Dissertation:
Seite: 259, Zeilen: 10-22
 
Fundstelle:
Seite(n): 083; 084, Zeilen: 13-24; 01-03
 
Der Mensch kann der Welt gegenübertreten; dann erscheint sie ihm als das Objekt, von dem er sich als Subjekt des Erfahrens und Gebrauchens unterscheidet. [FN 2] Er ist dann ein Einzelwesen, das das Grundwort Ich-Es spricht. Diese geläufige Haltung ist aber nach Buber nicht die wesenhaft menschliche. Sie kommt erst da zum Ausdruck, wo er das Grundwort Ich-Du ausspricht, jenes Grundwort, das die Welt der Beziehung stiftet. [FN 3] Im Ereignis der Begegnung, in der „Gegenseitigkeit“ [FN 4], im Dialog erscheint des Menschen Menschlichkeit. Buber setzt diese Menschlichkeit gleich mit Personalität: „Das Ich des Grundwortes Ich-Du erscheint als Person. … Person erscheint, indem sie zu anderen in Beziehung tritt.“ [FN 5]


[[FN 2] Buber,Martin: Ich und Du. In: ders.: Das dialogische Prinzip. Heidelberg 31973. S. 7-136. hier: S. 65.

[FN 3] ebd. S. 10.

[FN 4] ebd. S. 19.

[FN 5] ebd. S. 65.]

Der Mensch kann sich der Welt gegenüberstellen, dann hat er sie als Objekt, von dem er selbst als Subjekt „des Erfahrens und Gebrauchens“ [FN 261] geschieden ist. Er erscheint der Welt gegenüber als „monologisches Eigenwesen“[FN 262], welches das „Grundwort … Ich-Es“[FN 263] spricht. Aber so geläufig dem Menschen diese Haltung ist […], sie ist nicht die wesenhaft menschliche Haltung. Diese tritt erst dann zutage, wenn er das „Grundwort … Ich-Du“[FN 264] spricht, jenes Grundwort, das die „Welt der Beziehung stiftet“[FN 265]. Der Mensch ist menschlich erst im „Begegnungsereignis“[FN 266], in der „Gegenseitigkeit“[FN 267], im „Dialog“, welche Menschlichkeit dann auch von BUBER ausdrücklich mit der Personalität des [Seite 84] Menschen ineinsgesetzt wird: „Das Ich des Grundwortes Ich-Du erscheint als Person … Person erscheint, indem sie zu anderen Personen in Beziehung tritt“[FN 268].


[FN 260] Martin Buber: Ich und Du, um ein Nachwort erweiterte Neuausgabe, Heidelberg 1958, S. 9.

[FN 265] Ebd. S. 11.

[FN 267] Ebd. S. 19.

[FN 268] Ebd. S. 57.



Anmerkung
Die Verfasserin übernimmt die von Nosbüsch (1965) kompilierten Ausführungen zu Bubers Aufsatz „Ich und Du“ und passt lediglich die Seitenzahlen der Referenzen an, da sie eine später erschienene Monografie verwendet. Allein der Ausdruck „monologisches Eigenwesen“ wird durch „Einzelwesen“ ersetzt.
 

Seite 241

Typus
Bauernopfer
Quelle
Korff 1979
Dissertation:
Seite: 241, Zeilen: 13-20, 104-106
 
Fundstelle:
Seite(n): 019; 098, Zeilen: 09-18; 34-35
 
Die Bedingtheit jeglicher Güter wiederum hat zur Folge, daß sie sich unter bestimmten Umständen einander ausschließen und dann in einer konkreten Situation dem jeweils ethisch geboteneren die Verwirklichungspriorität zu geben ist, entsprechend der allgemeinen Vorzugsregel: „Vor zwei miteinander konkurrierende, einander ausschließende Werte gestellt, hat der Mensch zu prüfen, welcher von beiden den Vorzug verdient und den handelnd zu verwirklichen.“ [FN 3]


[FN 3] Schüller,Bruno: Zur Problematik allgemein verbindlicher ethischer Grundsätze. In: Theologie und Philosophie. 45 (1970). S. 1-23. hier: S. 4.
[Seite 19, Z. 9-18]

Gerade weil nun aber diese „bona“ […] bedingte Güter sind, kommt es immer wieder dazu, daß sie unter bestimmten gegebenen Umständen einander ausschließen, so daß sie sich nicht gleichzeitig verwirklichen lassen. Die Lösung liegt dann darin, daß dem unter diesen Umständen jeweils ethisch geboteneren der Vorzug zu geben und Handlungspriorität einzuräumen ist: „Vor zwei miteinander konkurrierende, einander ausschließende Werte gestellt, hat der Mensch zu prüfen, welcher von beiden den Vorzug verdient und den handelnd zu verwirklichen.“[EN 7]


[Seite 98, Z. 34-35]

[EN 7] B.Schüller, Zur Problematik allgemein verbindlicher ethischer Grundsätze, in: Theologie und Philosophie 45 (1970) 1-23, 4



Anmerkung
Etwas angepasste Übernahme mitsamt Zitat und Quellenreferenz. Hervorzuheben ist hierbei, dass sich das Zitat bei Schüller (1970) nicht auf S. 4, sondern auf S. 3 findet. – Da unmittelbar vor diesem Fragment auf Korff (1979) verwiesen wird, Wertung als Bauernopfer.
 

Seite 143

Typus
Verschleierung
Quelle
Oser 1976
Dissertation:
Seite: 143, Zeilen: 03-20
 
Fundstelle:
Seite(n): 324, Zeilen: 07-22
 
Zur vergeltenden Gerechtigkeit lassen sich zwei Typen von Strafen unterscheiden:
– Bei auf Zwang beruhenden Beziehungen im Rahmen einer heteronomen Moral und reinen Pflicht entscheiden sich die Kinder für Sühne-Strafen. Zwischen dem Inhalt der Strafe und der bestraften Handlung selbst gibt es keine Beziehung. Die Sühne wird als moralisch notwendig und als pädagogisch nützliche Vorbeugungsmaßnahme gegen Rückfälle angesehen. Einfluß auf die Verteidigung der Sühne-Strafen nehmen dabei vor allem das individuelle Rachebedürfnis und die einseitige Achtung vor der Autorität der Erwachsenen.
– Auf Gegenseitigkeit beruhende Strafen entsprechen der Moral der Autonomie und Zusammenarbeit. Sie erscheinen insofern als begründet, als zwischen dem jeweiligen Schweregrad von Vergehen und Strafe eine inhaltliche Beziehung besteht. Solche Strafformen entstehen als Folge der Anerkennung der Gleichheits- und Gerechtigkeitsbeziehungen der Kinder untereinander.
Er unterscheidet zwischen zwei Typen von vergeltender Gerechtigkeit:
– Die Sühne-Strafen entsprächen den auf Zwang beruhenden Beziehungen, der Heteronomie-Moral und reinen Pflicht. Es bestehe keine Beziehung zwischen dem Inhalt der Strafe und der Natur der bestraften Handlung. Die Sühne wird als moralisch absolut notwendig und als pädagogisch nützliche Vorbeugungsmassnahme gegen Rückfälle angesehen. Der Begriff der Sühne ergebe sich aus der Verbindung zweier Einflüsse: dem individuellen Rachebedürfnis und der einseitigen Achtung vor der Autorität der Erwachsenen.

– Die auf Gegenseitigkeit beruhenden Strafen entsprächen der Moral der Autonomie und Zusammenarbeit. Sie erscheinen „begründet“, d.h. es bestehe ausser dem Verhältnis zwischen dem jeweiligen Schweregrad von Vergehen und Strafe noch eine inhaltliche Beziehung. Diese Strafformen entständen als Folge des […] Zurücktretens der einseitigen Achtung vor dem Erwachsenen zugunsten der Gleichheits- und Gegenseitigkeitsbeziehungen der Kinder untereinander.



Anmerkung
Die Verfasserin übernimmt – teils etwas abgewandelt – Ausführungen von Oser (1976) über Piaget, ohne diesen als Quelle zu benennen. Der Begriff „Strafformen“ findet sich bei Piaget zudem nicht.
 

Seite 113

Typus
Bauernopfer
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 113, Zeilen: 09-30, 102-109
 
Fundstelle:
Seite(n): 047; 048, Zeilen: 19-20, 119-120; 03-19, 101-104
 
Entwicklung meint, „durch Widerspruch und unzählige Versuche überzugehen zu höheren, differenzierteren Formen.“[FN 2] Der ontogenetische Prozeß der Personalisation zielt darauf, daß die Person im Laufe ihrer Entwicklung weniger determiniert und weniger heteronom wird. Man muß den Menschen auf jeder Stufe der Entwicklung als Person verstehen, gleichzeitig besteht aber die Aufgabe des Menschen darin, immer mehr Person zu werden, denn „die Person ist nicht die Summe eines abstrakten Individuums und einer ebenso abstrakten statischen Umwelt, sondern die Person ist ein sich wahrscheinlich quantenhaft ausdehnendes einheitliches Wirkfeld.“ [FN 3]
Caruso bezeichnet die Person schließlich als „ein inkommunikables Gestaltungsprinzip, das sowohl ein Optimum an Individuation innerhalb der Spezies als auch an Beziehungen zum Du, zu sich selbst, zur Welt darstellt.“ [FN 4] Ein stets [sic] Bewußtwerden der Entfremdung von Natur und Welt bildet den Weg der Befreiung, der Personalisation.
Insofern ist dieser Prozeß ein dialektischer: „Die Person steht im Brennpunkt dieser zwei Polarisierungen, die Gleichgewicht suchen, indem sie sich widersprechen und dadurch die Dialektik der Personalisation ermöglichen.“ [FN 5]


[FN 2] Caruso,Igor A.: Der Vorstoß ins Weltall als psychologisches Problem. In: Der Psychologe. 11 (1960). Heft 12. S. 466.

[FN 3] ders.: Person und Symbol. In: Jahrbuch für Psychologie und Psychotherapie. 2/3 (1955). S. 124.

[FN 4] ders.(und Mitarbeiter): Bios,Psyche und Person. S. 420.

[FN 5] ders.: Soziale Aspekte der Psychoanalyse. Stuttgart 1962. S. 56.

[Seite 47, Z. 19-20]

Die Entwicklung bedeutet „durch Widerspruch und unzäh­lige Versuche überzugehen zu höheren, differenzierteren Formen“[FN 129].

[Seite 48, Z. 3-19]

Der ontogenetische Prozeß beruht darauf, daß die Person mit der Zeit weniger determiniert und weniger heteronom ist. Den Menschen muß man auf jeder Stufe der Evo­lution als Person verstehen, aber seine Aufgabe ist, immer mehr Person zu werden, denn „die Person ist nicht die Summe eines abstrakten Indi­viduums und einer ebenso abstrakten statischen Umwelt, sondern die Person ist ein sich wahrscheinlich quantenhaft ausdehnendes einheitliches Wirkfeld“[FN 131]. Schließlich bezeichnet Caruso die Person als „ein inkommunikables Gestaltungsprinzip, das sowohl ein Optimum an Individuation innerhalb der Spezies als auch an Beziehungen zum Du, zu sich selbst, zur Welt darstellt“[FN 132]. Der Mensch ist […] ent­fremdet; er hat ein stetes Bewußtwerden der Entfremdung, die zugleich ein Weg der Befreiung, der Personalisation, ist. „Die Person steht im Brennpunkt dieser zwei Polarisierungen, die Gleichgewicht suchen, indem sie sich widersprechen und dadurch die Dialektik der Personalisation ermöglichen“[FN 133].


[FN 129] I. A. Caruso, Der Vorstoß ins Weltall als psychologisches Problem, in: „Der Psycho­loge“ 12, 11 (1960), S. 466. […]

[FN 131] I. A. Caruso, Person und Symbol, in: „Jahrbuch für Psychologie und Psychothera­pie“, 2/3 (1955), S. 124.

[FN 132] I. A. Caruso, Bios, Psyche, Person. S. 420.

[FN 133] I. A. Caruso, Soziale Aspekte der Psychoanalyse, S. 56. […]



Anmerkung
Die Verfasserin übernimmt gut zwei Drittel der Seite von Nowak (1978) mitsamt vier Literaturreferenzen. Kurz zuvor wird Nowak erwähnt; sie macht jedoch nicht kenntlich, dass die vorliegenden Ausführungen mit leichten Abwandlungen von diesem stammen und nicht von ihr selbst. Zu den Fußnoten:

1. Beim zweiten Caruso-Zitat fehlt ein Komma: Im Original steht „abstrakten, statischen Umwelt“.

2. Beim letzten Caruso-Zitat heißt es im Original: „die nach Gleichgewicht suchen“.

Die Verfasserin prüft also anscheinend in mindestens zwei von vier Fällen die übernommenen Zitate bzw.
Quellenangaben auch nicht nach.
 

Seite 107

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 107, Zeilen: 07-15
 
Fundstelle:
Seite(n): 039, Zeilen: 17-23
 
Von daher unterscheidet Jung das moralische vom ethischen Gewissen. Während im moralischen Gewissen Forderungen des Sittenkodex‘ zum Ausdruck kommen, er somit dem Freudschen Über-Ich enspricht, bezeichnet das ethische Gewissen eine unmittelbare Funktion des Selbst. Darin wird der Mensch gegenüber archetypischen Konstellationen aufgefordert, aus freier Entscheidung Stellung zu nehmen und so seine Individuation zu vollziehen, bzw. seiner unvertretbaren Bestimmung zu entsprechen. Jung unterscheidet zwischen einer „moralischen“ und „ethischen“ Form des Gewissens. Erstere entspricht dem Freudschen Über-Ich, es ist ein „moralischer“ Gewissensspruch. Die „ethische“ Form des Gewissens ist eine unmittelbare Funktion des Selbst, das den Menschen gegenüber bestimmten archetypischen Konstellationen auffordert, aus freier Entscheidung Stellung zu nehmen und so seine Individuation zu vollziehen, seiner unvertretbaren Bestimmung zu entsprechen[FN 88].


[FN 88] Vgl. R. Bock, Individuation als Integration des Bösen (Eine Untersuchung in der Sicht der Grundhypothesen von C. G. Jungs Komplexer Psychologie), Dissertation Salzburg 1970, S. 123—124 (hektographiert).


Anmerkung
keine Quellenangabe