Seite 92

Typus
Verschleierung
Quelle
Walter 2007
Aufsatz:
Seite: 092, Zeilen: 01-17
 
Fundstelle:
Seite(n): 018; 019; 030; 031, Zeilen: 24-25; 01-11, 15-19, 27-28; 31-34; 01-03
 
[Schnell erlangten die neu entstandenen Universitäten mit ihrem „studium generale“ einen Ruf, der Interessierte] aus ganz Europa anzog. Das machte eine gewisse Organisation erforderlich: Unterbringung und Versorgung mussten genauso gewährleistet werden, wie Räume für die Lehre. Daneben mussten Standards für Lehre und Prüfungen festgelegt werden, um die universale Geltung der erworbenen Grade zu gewährleisten.

In Paris waren es die Lehrenden, die Zusammenschlüsse und Regelungen festlegten. In Bologna meldeten sich die Studierenden zu Wort und etablierten Standards. Am Ende stand die Anerkennung durch eine überregionale Macht. Das Papsttum nahm diese Aufgabe gerne wahr, nicht zuletzt um damit auch seinen universalen Machtanspruch zu unterstreichen. Der Blick zurück in das Mittelalter zeigt aber noch etwas anderes: In den ersten Jahren und Jahrzehnten durchliefen die Universitäten einen fortwährenden Umbauprozess. Wenn auch die Theologie im Haus der Universität einen festen und womöglich einen unangefochteneren Platz einnahm als heute, so war es ihr eigenes Ringen um den Status einer Wissenschaft, das zu einer gewissen inneren Fragilität beitrug.

[Seite 18, Z. 24-25]

Die ersten Universitäten, für die sich allmählich der Begriff des „studium generale“ etablierte […].

[Seite 19, Z. 1-6]

Der Ruf dieser Schulen zog Bildungswillige aus ganz Europa an, was die Notwendigkeit einer gewissen Organisation (Unterbringung und Versorgung, Räume für die Lehre […]) sowie an Standards für Lehre und Prüfungen mit sich brachte.

[Seite 19, Z. 27-28]

[…] dass die hier erworbenen akademischen Grade überall Geltung erhielten.

[Seite 19, Z. 6-11]

Während die Initiative zur Institutionalisierung in Bologna von den Studierenden ausging, […] waren es in Paris die Lehrenden, die einer […] Konfusion der Lehre durch Zusammenschlüsse und Regeln begegnen wollten.

[Seite 19, Z. 15-19]

Die ersten „studia generalia“ […] wurden anschließend durch eine überregionale Macht anerkannt. Dafür bot sich das Papsttum an, das diese Aufgabe gerne aufgriff, um seinen universalen Anspruch zu unterstreichen […].

[Seite 30, Z. 31-34]

Angesichts der gegenwärtigen Umbruchsituation erscheint der Blick zurück ins Mittelalter durchaus lehrreich zu sein. Er zeigt zum einen, dass die Universität in den ersten Jahrhunderten ihrer Existenz ebenso ein in ständigem Umbau befindliches Haus war wie heute,

[Seite 31, Z. 1-3]

und zum andern, dass die Theologie darin vielleicht einen unangefochteneren Platz hatte als gegenwärtig, dass sie aber selber um ihren Status als Wissenschaft ringen musste und rang.



Anmerkung
Fortsetzung von der Vorseite. Aus Walters (2007) „ersten Jahrhunderten“ werden bei der Verfasserin „erste[n] Jahre[n] und Jahrzehnte[n]“. Lediglich der abschließende Relativsatz „das zu einer gewissen inneren Fragilität beitrug“ stammt originär von ihr.