Monthly Archives: Oktober 2012

Seite 130

Typus
Bauernopfer
Quelle
Oser 1976
Dissertation:
Seite: 130, Zeilen: 16-23
 
Fundstelle:
Seite(n): 294, Zeilen: 06-20
 
Auf den ersten Blick scheint es, als entziehe sich in C.G. Jungs Konzeption das ethische Gewissen,als von einer „höheren Macht“ und dem Archetypus Gewissen bestimmt und daran gebunden, der erzieherischen Hilfe. Dann bliebe nur das moralische Gewissen als durch die Vermittlung des Sittenkodex bildsam.
Ähnlich wie in der Psychoanalyse liefert die analytische Psychologie keine Theorie zur moralischen Erziehung.
Aus dem oben Gesagten könnte man zum Schluss kommen, jene schöpferische Lösung zwischen dem moralischen und ethischen Gewissen […] könne nicht erlernt werden […]. Der Mensch sei nach Jung in seinem ethischen Gewissen gebunden durch „höhere Macht“, gebunden durch den Archetypus des Gewissens. […] bestenfalls lässt sich das moralische […] Gewissen in begrenztem Umfange bilden. […] Ich möchte nun aber zeigen, dass wir zwar von der analytischen Psychologie keine Theorien zur Gestaltung von moralischer Erziehung erhalten (ähnlich wie bei der Psychoanalyse) […].


Anmerkung
Im Anschluss referiert die Verfasserin Oser (1976). Für den Leser ist jedoch nicht erkennbar, dass vorliegende Ausführungen mit Abwandlungen ebenfalls von diesem übernommen werden.
 

Seite 80

Typus
Verschleierung
Quelle
Laplanche / Pontalis 1972
Dissertation:
Seite: 080, Zeilen: 06-11
 
Fundstelle:
Seite(n): 204, Zeilen: 10-18
 
Den Unterschied zwischen Gewissen und Ich-Ideal verdeutlicht Freud in der Unterscheidung von Schuldgefühl und Minderwertigkeitsgefühl: Beide Gefühle sind das Ergebnis einer Spannung zwischen Ich und Gewissen, beim Minderwertigkeitsgefühl wirkt die Spannung zwischen Ich und Ich-Ideal, beim Schuldgefühl die zwischen Ich und Gewissen. […] das Über-Ich erscheint als eine verbindende Struktur, der drei Funktionen zugeschrieben werden: „die Selbstbeobachtung, das Gewissen und die Idealfunktion“ (4). Die Unterscheidung zwischen den beiden letzten Funktionen wird da besonders deutlich, wo Freud versucht, zwischen Schuldgefühl und Minderwertigkeitsgefühl einen Unterschied herauszuarbeiten. Die beiden Gefühle sind das Ergebnis einer Spannung zwischen dem Ich und dem Über-Ich, aber das erste steht in Zusammenhang mit dem Gewissen, das zweite mit dem Ichideal […].


[EN 4] Freud, S., G. W., XV, 72; […]


Anmerkung
Keine Quellenangabe. Offenbar verwendet die Verfasserin in ihrer Aussage „Beide Gefühle sind das Ergebnis einer Spannung zwischen Ich und Gewissen“ versehentlich den Begriff „Gewissen“ statt „Über-Ich“, da ihre Ausführungen an dieser Stelle so keinen rechten Sinn ergeben.

Bei Freud selbst finden sich die Erläuterungen von Laplanche / Pontalis (1972), die in der vorliegenden Arbeit nirgends erwähnt werden, zu Schuld- und Minderwertigkeitsgefühl in dieser Form nicht.
 

 


 

Typus
Verschleierung
Quelle
Nowak 1978
Dissertation:
Seite: 080, Zeilen: 12-15
 
Fundstelle:
Seite(n): 134, Zeilen: 02-03, 07-08
 
Für die Entstehung des Über-Ich und damit auch der Gewissensfunktion nimmt Freud zwei Phasen an:
Die erste Phase resultiert aus der Abhängigkeit des Kindes von der elterlichen Autorität.
[Z. 2-3]

1. Nach Freuds Auffassung geht das Über-Ich („Gewissen“) aus der ödipalen Entwicklung hervor.

[Z. 7-8]

Das Gewissen bildet sich in der ersten Phase als Abhängigkeit des Kindes von der elterlichen Autorität dar [sic].



Anmerkung
Keine Quellenangabe. Der zweite Satz stammt inhaltlich nicht von der Verfasserin.