Seite 243

Typus
Bauernopfer
Quelle
Korff 1979
Dissertation:
Seite: 243, Zeilen: 20-29, 104
 
Fundstelle:
Seite(n): 030; 099, Zeilen: 19-24, 30-35; 24
 
Im Hinblick auf die, durch den Anspruch nach universaler Geltung notwendige, allgemeine und abstrakte Formulierung des Gesetzes erweist sich die Epikie im Blick auf die Erfordernisse einer konkreten Situation als von der Gerechtigkeit her bestimmtes notwendiges Gesetzeskorrektiv.
Thomas von Aquin übernimmt diese Auffassung des Aristoteles und versteht die Epikie bei der Handhabung der Legalgerechtigkeit als „gleichsam eine höhere Regel für die menschlichen Akte.“ [FN 4]


[FN 4] STh II-II 120,2.
[Seite 30, Z. 19-24]

Angesichts der Abstraktheit jedweder Gesetzesformulierung, die, weil im allgemeinen bleibend, auch immer nur […] „im allgemeinen“ gelten kann, erweist sich die Epikie im Hinblick auf die konkrete Situation als deren notwendige, sich von der Gerechtigkeit selbst her ergebende korrektive Ergänzung.

[Seite 30, Z. 30-35]

Für die Rezeptionsgeschichte […] ist es nun wesentlich, daß Thomas von Aquin diese Auffassung des Aristoteles übernimmt. Nach Thomas ist die Epikie maßgebend für die Handhabung der Legalgerechtigkeit […], ja sie bedeutet
„gleichsam eine höhere Regel für die menschlichen Akte“[EN 23].


[Seite 99, Z. 24]

[EN 23] S. Th. II–II, 120, 2



Anmerkung
Die Verfasserin verweist zwar in dem diesem Fragment vorausgehenden bzw. folgenden Satz auf S. 30 bzw. 31 bei Korff (1979), macht aber nicht kenntlich, dass sie vorliegende Aussagen ebenfalls von Korff übernimmt. Außerdem gibt sie im Literaturverzeichnis einen Band der Deutschen Thomas-Ausgabe als verwendet an, der lediglich Fragen des ersten Teils der Summa theologica behandelt – und nicht, wie hier, des zweiten.