Seite 75

Typus
Verschleierung
Quelle
Stadter 1970
Dissertation:
Seite: 075, Zeilen: 01-04, 06-18, 101-106
 
Fundstelle:
Seite(n): 048; 049, Zeilen: 24-29, 33-36; 01-03, 09-22
 
Indem Eros und Thanatos in enger Verbindung existieren, gelingt es Eros, den aggressiven Triebanteil zu binden und durch Neutralisierung ihn an der Auswirkung seiner destruktiven Tendenz zumindest partiell zu hindern. [FN 1]

[Der“Abkömmling und Hauptvertreter des Todestriebes“ ist der Aggressionstrieb.] Da Freuds Gewissenslehre damit zusammenhängt, bedarf er kurzer Erläuterung: Die Grundthematik des Lebens impliziert den Antagonismus von Schaffen und Zerstören. An sich würde danach menschliches Leben so ablaufen, daß die lebendige Substanz einerseits aufbaut und Bestand haben will, andererseits rückläufig der Auflösung und Selbstzerstörung zustrebt.

Nun wendet der Organismus im Interesse der Selbsterhaltung den schädlichen Trieb nach außen ab, der dann als auf die Mitwelt gerichtete Destruktionsneigung erscheint. Da aber die Welt darauf wiederum mit Rache und Aggression antwortet, ist das Individuum erneut gefährdet und richtet den Triebimpuls wieder nach innen.


[FN 1] Katastrophale Folgen entstehen, wenn die Legierung der beiden Triebanteile zerfällt und die positive Kraft die negative nicht mehr binden kann. Dieser Sachverhalt wird am Beispiel des Triebmörders deutlich: Die seelischen Komponenten fallen auseinander, Liebesgenuß und Mordimpuls treten gleichermaßen, aber getrennt voneinander auf.
[Seite 48, Z. 24-29]

Die beiden gegeneinander verlaufenden Triebe – Liebe und Aggression – sind normalerweise ‚legiert‘. Sie existieren in enger Verbindung miteinander. So gelingt es dem Eros, den aggressiven Triebanteil zu ‚binden‘, zu ’neutralisieren‘ und damit an der Auswirkung seiner negativen Tendenz wenigstens partiell zu hindern.

[Seite 48, Z. 33-36 u. Seite 49, Z. 1-3]

Katastrophale Folgen entstehen, wenn die Legierung der beiden Triebanteile zerfällt, wenn sie sich ‚entmischen‘ und die positive Kraft die negative nicht mehr zu ‚binden‘ vermag. Diesen Sachverhalt demonstriert der Triebmörder. Die seeli- [Seite 49] schen Komponenten fallen auseinander, so daß Liebesgenuß und Mordimpuls gleichermaßen, aber isoliert zum Zuge kommen.

[Seite 49, Z. 9-22]

Freuds Theorie des Aggressionstriebs bedarf näherer Erläuterung, da seine Gewissenslehre mit ihr verquickt ist. Die Grundthematik des Lebens impliziert den Antagonismus von Schaffen und Zerstören. An sich würde die Bewegung so verlaufen: Die lebendige Substanz baut sich einerseits auf und will Bestand haben, anderseits strebt sie rückläufig der Auflösung und Selbstzerstörung zu. Im Interesse der Selbsterhaltung wendet jedoch der Organismus den schädlichen Trieb nach außen ab. Und so erscheint er […] als auf die Mitwelt gerichtete Destruktionsneigung. Aber auch diese Manipulation gefährdet das Individuum, denn die Welt reagiert ihrerseits mit Rache und Aggression. Daher bleibt nichts anderes übrig, als den Triebimpuls wieder nach innen zu richten.



Anmerkung
Ein Teil der Übernahme wird in FN 1 ausgegliedert. – Die Verfasserin übernimmt von Stadter (1970) dessen erläuternde Zusammenfassung einer Lehre von Freud, ohne Stadter in der Arbeit zu erwähnen. Stadters Interpretation von Freud erscheint so als die der Verfasserin. Auch vom Wortlaut wird viel übernommen.
 

 


 

Typus
Verschleierung
Quelle
Stadter 1970
Dissertation:
Seite: 075, Zeilen: 33
 
Fundstelle:
Seite(n): 052, Zeilen: 06-08
 
Von Geburt an strebt das Individuum nach Freud bei [allem, was es tut, nach Gewinnung von Lust und Vermeidung von Unlust.] Jedes Individuum strebt im Grund bei allem, was es tut, nach Gewinnung von Lust und Vermeidung von Unlust.


Anmerkung
Keine Nennung der eigentlichen Quelle. – Fortsetzung auf der nächsten Seite.