Seite 218

Typus
Verschleierung
Quelle
Bujo 1979
Dissertation:
Seite: 218, Zeilen: 101-105
 
Fundstelle:
Seite(n): 194, Zeilen: 15-20, 24-26, 104-105
 

Der Begriff “synteresis” meint die “syneidesis” und beruht auf einem Schreibfehler in einem Kommentar des Hl. Hieronymus (vgl. dazu u.a.: Waldmann,M.: Synteresis oder Syneidesis? Ein Beitrag zur Lehre vom Gewissen. In: ThQ 119 (1938). S. 332-371).
[Z. 15-20]

Die Synteresis-Lehre geht auf Hieronymus zurück, der in seinem Ezechielkommentar [...] die platonische Lehre von den Seelenteilen mit den vier Wesen der Ezechielvision in Verbindung bringt. Nachdem er drei Seelenteile [...] gedeutet hat, führt er den vierten mit der Bemerkung ein, daß es sich um jenen Seelenteil handle, den die Griechen Synteresis (συντήρησις) nennen [...].

[Z. 24-26]

Wie wir heute genau wissen, ist diese Wortbildung Synteresis aus einer Verwechslung mit Syneidesis entstanden, geht also auf einen Schreibfehler zurück[FN 3].


[FN 3] M. WALDMANN, Synteresis oder Syneidesis? Ein Beitrag zur Lehre vom Gewissen, in: ThQ 119 (1938) 332–371; [...]


Anmerkung
Waldmann (1938) vertritt die Ansicht, “daß aus itazistisch geschriebenem CYNIDICIN durch verschiedene Schreibfehler [...] ‘στντήρησιν’ entstand” (S. 333) und “daß Hieronymus nicht στντήρησιν, sondern συνείδησιν geschrieben hat” (S. 335). Er ist also der Meinung, dass nicht Hieronymus einen Fehler gemacht hat, sondern diejenigen mehrere, die seine Schriften überliefert haben.

Dass die Verfasserin hier – sich auf Waldmann berufend – zu der Einschätzung gelangt, die Ursache für den Begriff “synteresis” sei ein Schreibfehler in einem Kommentar des Hieronymus, ist nicht konsistent; offenbar schreibt sie nur oberflächlich aus Bujo (1979) ab, ohne dass ihr Waldmann (1938) vorliegt. Im Literaturverzeichnis wird der Aufsatz nicht erwähnt.
 

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