Seite 217

Typus
Bauernopfer
Quelle
Mokrosch 1979
Dissertation:
Seite: 217, Zeilen: 18-28
 
Fundstelle:
Seite(n): 016; 017, Zeilen: 40-43; 01-14
 
Die IV. Lateransynode von 1215 demonstriert die kirchliche Gewissensautorität, indem sie genaue Beichtregeln; alphabetisch geordnete Gewissenslexika, umfangreiche Fegfeuerstrafregister und Eheprüfungsspiegel erläßt als Auflagen zur jährlichen Beichtpflicht, zum regelmäßigen Ablaß und zur kirchlichen Eheschließung. In den seit 1232 von der Kurie vorgenommenen inquisitorischen Maßnahmen gegen Gewissenabtrünnige beansprucht die katholische Kirche einerseits das Weisungsmonopol auf Wahrheit und gesteht den Gläubigen andererseits ein unfehlbares Gewissen zu, an das sie mit einer Fülle von Maßnahmen zur Gewissensselbstprüfung und Gewissenspflege appelliert. Die IV. Lateransynode von 1215 demonstrierte ihre Macht mit ihren Auflagen zur jährlichen Beichtpflicht, zum regelmäßigen Ablaß und zur kirchlichen Eheschließung nach genauesten Beichtregeln, alphabetisch ge- [Seite 16] ordneten Gewissenslexika, umfangreichen Fegfeuerstrafregistern und Eheprüfungsspiegeln. Den überall aufkeimenden asketischen Sektenbewegungen [...] begegnete die Kurie ab 1232 mit der Inquisition. [...] In allen Fällen reagierte die Kirche auf die Gewissensabtrünnigen mit einer Art Doppelstrategie: Einerseits beanspruchte sie das Gewissensmonopol auf Wahrheit. Andererseits gestand sie jedem Gläubigen ein unfehlbares Gewissen zu, an das sie mit einem reichhaltigen Angebot an Gewissensselbstprüfung und Gewissenspflege appellieren konnte.[EN 9]


Anmerkung
Die Verfasserin verweist vor dem Fragment und auf der folgenden Seite jeweils für wörtliche Zitate auf Mokrosch (1979), aber dass diese Passage ebenfalls sinngemäß übernommen wird, wird nicht kenntlich gemacht.
 
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