Seite 78

Typus
Verschleierung
Quelle
Bally 1961
Dissertation:
Seite: 078, Zeilen: 04-05
 
Fundstelle:
Seite(n): 093, Zeilen: 16-18
 
Zum Es erklärt er, daß es der Bezirk jener unbekannten, unbeherrschbaren Mächte sei, von denen wir “gelebt” werden. [FN 1]


[[FN 1] Freud übernimmt den Begriff “Es” von Georg Groddeck, der “wohl dem Beispiel Nietzsches gefolgt (ist), bei dem dieser grammatikalische Ausdruck für das Unpersönliche und sozusagen Naturnotwendige in unserem Wesen durchaus gebräuchlich ist” (ebd. S. 251).]
“[...] Wir werden ‘gelebt’ von unbekannten, unbeherrschbaren Mächten” (XIII/251). Und diese Mächte hausen in dem Bezirk, den FREUD von nun an das Es nennt.


Anmerkung
Offenbar zitiert die Verfasserin hier nicht Freud selbst, sondern Bally (1961):

1. Bei Freud ist nicht von einem “Bezirk” die Rede.

2. Freud gibt in Das Ich und das Es an dieser Stelle ausdrücklich an, dass er Gedanken Groddecks referiert. Er erklärt den Sachverhalt also nicht in seinen eigenen Worten, wie die Verfasserin suggeriert.

Allgemein zu S. 78 der untersuchten Arbeit: Auf dieser Seite werden weitere Freud betreffende Zitate aus Bally (1961) und Laplanche / Pontalis (1972) verwendet. Soweit diese keine Zitierfehler beinhalten, werden sie nicht als Plagiat gewertet, da die Verfasserin sie theoretisch bei Freud nachgeschlagen haben könnte.
 

 


 

Typus
Verschleierung
Quelle
Nuttin 1956
Dissertation:
Seite: 078, Zeilen: 06-08
 
Fundstelle:
Seite(n): 051, Zeilen: 21-24
 
Zu ihm gehört alles, was im psychischen Bereich ererbt, bei Geburt mitgebracht, konstitutionell festgelegt ist, vor allem die aus der Körperorganisation stammenden Triebe. “Sein Inhalt ist alles, was (im psychischen Bereich) ererbt, bei Geburt mitgebracht, konstitutionell festgelegt ist, vor allem also die aus der Körperorganisation stammenden Triebe.”[FN 3]


[FN 3] Siehe das letzte Werk Freuds im Nachlaß: Abriß der Psychoanalyse. Gesammelte Werke, XVII, S. 67-68.


Anmerkung
Bei Freud steht im Original Nuttins Klammerzusatz “(im psychischen Bereich)” nicht. Die Verfasserin übernimmt hier offenbar so gut wie wörtlich eine von Nuttin (1956) erläuterte Aussage Freuds, ohne ihre Quelle zu benennen. Freuds Abriss der Psychoanalyse (nicht zu verwechseln mit Kurzer Abriss der Psychoanalyse in Bd. XIII) wird in der vorliegenden Arbeit an keiner Stelle erwähnt.
 

 


 

Typus
Verschleierung
Quelle
Bally 1961
Dissertation:
Seite: 078, Zeilen: 09-12, 106
 
Fundstelle:
Seite(n): 093, Zeilen: 19, 21-24, 27
 
Das Es ist selbst nicht bestimmbar. “Das Es … hat kein Mittel, dem Ich Liebe oder Haß zu bezeugen. Es kann nicht sagen, was es will; es hat keinen eigentlichen Willen zustande gebracht. Eros und Todestrieb kämpfen in ihm” [FN 2].


[FN 2] ebd. S. 289.
[Z. 19]

Dieses Es ist selbst nicht bestimmbar.

[Z. 21-24, 27]

“Das Es … hat kein Mittel, dem Ich Liebe oder Haß zu bezeugen. Es kann nicht sagen, was es will; es hat keinen eigentlichen Willen zustande gebracht. Eros und Todestrieb kämpfen in ihm” [...] (XIII/289).



Anmerkung
1. Für den ersten Satz gibt die Verfasserin keine Quelle an. Bei Freud selbst findet sich eine solche Äußerung über das Es nicht.

2. Bei Freud heißt es im Original “hat keine Mittel”. Die Verfasserin schreibt hier also einfach aus der Sekundärliteratur ab.
 

 


 

Typus
Verschleierung
Quelle
Laplanche / Pontalis 1972
Dissertation:
Seite: 078, Zeilen: 21-24
 
Fundstelle:
Seite(n): 147, Zeilen: 18-21
 
Ökonomisch gesehen ist das Es das Hauptreservoir der psychischen Energie. Dynamisch betrachtet steht es in Konflikt mit dem Ich und dem Über-Ich, die – genetisch gesehen – Differenzierungen seiner sind. Ökonomisch gesehen ist das Es für Freud das Hauptreservoir der psychischen Energie; dynamisch gesehen läßt es sich in Konflikt mit dem Ich und dem Überich ein, die, genetisch gesehen, Differenzierungen von ihm sind.


Anmerkung
Laplanche / Pontalis (1972) werden in der vorliegenden Arbeit an keiner Stelle erwähnt. Bei Freud selbst findet sich obiger Sachverhalt in dieser Form nicht.
 

 


 

Typus
Verschleierung
Quelle
Bally 1961
Dissertation:
Seite: 078, Zeilen: 25-27
 
Fundstelle:
Seite(n): 094, Zeilen: 19-22
 
Das Bewußtwerden der Es-Inhalte geschieht nach Freud, indem sie “mit Wortresten verknüpft” und dadurch sprachlich artikulierbar werden. So entzieht das Ich dem Es Energiebeträge. Diese Bewußtwerdung geschieht nach FREUD aber dadurch, daß die unbewußten Es-Inhalte ‘mit Wortresten verknüpft’ und damit sprachlich artikulierbar gemacht werden. So entziehe das Ich dem Es Energiebeträge [...].


Anmerkung
Die Quelle Bally (1961) wird hier nicht genannt. Bei Freud selbst findet man außerdem zwar gelegentlich “Wortreste”, aber nicht den Ausdruck “mit Wortresten verknüpft”. Die Verfasserin übernimmt also ungeprüft ein kurzes, aber unzutreffendes Zitat. Zudem findet sich die Verknüpfung der Sachverhalte in den beiden Sätzen bei Freud nicht.
 
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