Seite 76

Typus
Verschleierung
Quelle
Stadter 1970
Dissertation:
Seite: 076, Zeilen: 01-12, 101-103
 
Fundstelle:
Seite(n): 052; 053; 102, Zeilen: 06-08; 04-05, 09-12, 15-17, 20-22, 24-28; 24-25
 
[Von Geburt an strebt das Individuum nach Freud bei] allem, was es tut, nach Gewinnung von Lust und Vermeidung von Unlust. Diesem Streben setzt die Realität spürbare Grenzen. Steht dem Menschen rein theoretisch der Weg offen, ohne Rücksicht auf die Umwelt die egoistische Befriedigung aller seiner Wünsche zu suchen, so ist dies praktisch aufgrund zu erwartender harter Sanktionen durch die Gesellschaft unmöglich. Weil der Mensch die Geborgenheit im Raum der Gruppe braucht, für ihn der Boykott der Mitwelt zu den unlustvollsten Erlebnissen gehört, verzichtet er auf die unmittelbare Erfüllung von Wünschen und respektiert die Spielregeln des Zusammenlebens, um so doch noch zu einem relativ großen Quantum an Lust zu kommen. [FN 1]


[FN 1] vgl. zur Entwicklung des Kulturmenschen vor allem die Schrift: Das Unbehagen in der Kultur. In: Ges. Werke. Bd. XIV. London 41968. S. 419 – 506.
[Seite 52, Z. 6-8]

Jedes Individuum strebt im Grund bei allem, was es tut, nach Gewinnung von Lust und Vermeidung von Unlust.

[Seite 53, Z. 4-5]

Die Realität setzt dem Glücksstreben spürbare Grenzen.

[Seite 53, Z. 9-12]

Zwar steht ihm rein theoretisch der Ausweg offen, seinen Bedürfnissen nachzugeben und ohne Rücksicht auf die Umwelt die egoistische Befriedigung sämtlicher Wünsche zu suchen.

[Seite 53, Z. 15-17]

[...] insofern die Interessen aller durch die Rücksichtslosigkeit eines einzelnen geschädigt werden, reagiert die Gesellschaft mit harten Sanktionen [...].

[Seite 53, Z. 20-22]

Nun braucht der Mensch nichts dringender als die Geborgenheit im Raum der Gruppe, und kein Erlebnis ist ‘unlustvoller’ als der Boykott durch die Mitwelt [...].

[Seite 53, Z. 24-28]

Der ‘Wilde’ zieht es vor, Spielregeln des Zusammenlebens zu respektieren. Er verzichtet auf die unmittelbare Erfüllung von Wünschen, um so doch zu einem relativ optimalen Quantum an Lust zu kommen.

[Seite 53, Z. 38

... [EN 32]]


[Seite 102, Z. 24-25]

[EN 32] Die Gedanken Freuds sind hier frei wiedergegeben. Vgl. dazu Das Unbehagen in der Kultur (XIV 419-506) [und Die Zukunft einer Illusion (XIV 323-380)].



Anmerkung
Fortsetzung von der Vorseite. – Die Verfasserin bestreitet ihren Diskurs aus Ausführungen Stadters (1970), ohne diesen als Quelle zu benennen. In Freuds Das Unbehagen in der Kultur findet sich – bis auf den Terminus “Vermeidung von Unlust” – der Inhalt weder in den Formulierungen Stadters (was dieser durch den ersten Satz in EN 32 deutlich macht) noch im diesen ähnelnden Wortlaut der Verfasserin.
 
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