Seite 47

Typus
Bauernopfer
Quelle
Fend 1976
Dissertation:
Seite: 047, Zeilen: 01-25
 
Fundstelle:
Seite(n): 030; 031; 032, Zeilen: 26-29; 01-20, 27-29; 01-04, 10-11
 
George Herbert Mead [FN 1] hat in seiner kognitiven Theorie […] im Zusammenhang mit dem Werden des Menschen im sozialen Kontext die Frage nach der Entstehung von Selbstbewußtsein gestellt.
Wesentliches Element menschlicher Sozialwerdung ist für ihn das Erlernen der Sprache, durch die Menschen in Interaktion treten können. Beim Sprechen sendet der Mensch Botschaften, die für Sender und Empfänger gleiche Bedeutung haben. Dadurch kann der Einzelne auf Aussagen anderer wie auf eigene gleichermaßen reagieren. Er kann sowohl Subjekt als auch Objekt von Aussagen sein. Diese Fähigkeit zur Reflexion ist nach Mead das kennzeichnende Merkmal des menschlichen “Selbst”. Zu diesem Selbst gehört weiterhin ein “kognitives System von Regeln und Normen über erwünschte Verhaltensweisen in einer Gruppe” [FN 2], das zu erlernen ist. Bei diesem Lernprozeß spielt der “generalized other” eine entscheidende Rolle: Mead meint damit das System von Regeln und Normen, das das organisierte soziale Leben reguliert, den verallgemeinerten Standpunkt der Gruppe, von dem aus jedes Gruppenmitglied sich selbst und die Erwartungen der anderen sehen muß.
Sozialisation wäre nach Meads Theorie also die Übernahme der im “generalized other” verankerten Erwartungen, wodurch das Selbst als Grundlage zur Beurteilung seines Verhaltens ein kognitives System von Verhaltensstandards erlernt. [FN 3]


[[FN 1] Mead,George Herbert: Geist,Identität und Gesellschaft. Zürich und Stuttgart 21971.

[FN 2] Fend,Helmut: a.a.O. S. 31.

[FN 3] Als Forschungsgebiet taucht der Begriff Sozialisation fast gleichzeitig in Soziologie, Anthropologie und Psychologie auf. Vgl. dazu u.a.: […]]

[Seite 30, Z. 26-29 u. Seite 31, Z. 01-20]

G. H. Mead […] hat [Seite 31] eine kognitive Theorie über das Werden des Menschen im sozialen Kontext aufgestellt. Er will die Frage beantworten, wie Selbstbewußtsein […] entsteht.

Der Mensch wird zum sozialen Wesen durch das Lernen einer Sprache und eine Sprache lernt der Mensch in Interaktion mit anderen Menschen. Wenn der Mensch spricht, sendet er Botschaften aus, die für den Empfänger die gleiche Bedeutung haben wie für den Sender. Dadurch kann der Mensch auf die eigenen Aussagen auf die gleiche Weise reagieren, wie auf Aussagen anderer Menschen. […] er kann sowohl Subjekt als auch Objekt von Aussagen sein. Diese Reflexivität ist das kennzeichnende Merkmal des menschlichen “Selbst”. […] Diese Selbst enthält unter anderem ein kognitives System von Regeln und Normen über erwünschte Verhaltensweisen in einer Gruppe.

Ein zentraler Begriff in der Theorie der Entstehung des Selbst ist der “generalized other”. Mit diesem Ausdruck wird das System von Regeln und Normen bezeichnet, welches das organisierte soziale Leben reguliert.

[Seite 31, Z. 27-29]

Er muß sich selber vom verallgemeinerten Standpunkt der Gruppe aus sehen, er muß die Erwartungen aller Spieler kennen.

[Seite 32, Z. 01-04]

Hat sich dieser Prozeß vollzogen, dann enthält das Selbst ein kognitives System von Verhaltensstandards, das die Grundlage für die Beurteilung des eigenen Verhaltens bildet.

[Seite 32, Z. 10-11]

Die Übernahme des “generalized other” könnte als Prozeß der Sozialisierung bezeichnet werden.



Anmerkung
Die Ausführungen über Mead werden fast vollständig aus Fend (1976) übernommen, obwohl nur eine einzelne Wortgruppe als Zitat kenntlich gemacht ist. Der Wortlaut ist oft identisch. Wo er abweicht, lässt er keine eigenständige Rezeption von Mead erkennen.
 
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